Patientensicherheit in medizinischen Ausbildungen

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Patientensicherheit ist nicht nur in der direkten Patientenversorgung, sondern gerade auch in der Ausbildung aller Gesundheitsberufe von überaus hoher Bedeutung. Um wichtige gemeinsame Aspekte der Patientensicherheit in der Lehre vorzustellen und zu diskutieren, veranstaltete der Studienbereich Gesundheit und Soziales (Studiengänge Gesundheits- und Pflegemanagement und Biomedizinische Analytik) auf dem FH Campus Klagenfurt St. Veiterstraße zusammen mit der Gesellschaft für medizinische Ausbildung, Sektion Österreich (GMA-A) , im Rahmen von deren Herbst-Symposium 2019 am 15. November die eintägige Veranstaltung „Patientensicherheit in medizinischen Ausbildungen“.

Einleitend stellte den ca. 65 Teilnehmern die Patientenanwältin Kärntens, Frau DR. ANGELIKA SCHIWEK, anhand von drei Fallbeispielen konkrete Gefährdungen der Patientensicherheit sowie die - für die Betroffenen übrigens kostenfreie - Unterstützung bei deren Aufbereitung durch die Patientenanwaltschaft vor.

Im ersten Hauptvortrag berichtete Frau DR. YVONNE LEHMANN vom Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Charité Universitätsmedizin Berlin, die im Institut erstellte deutschsprachige Version der multiprofessionellen Edition der WHO Patient Safety Guides vor. Mit dem Curriculum macht sich die WHO seit Jahren dafür stark, das Thema Patientensicherheit in die Aus- und Weiterbildung der Gesundheits- und Sozialprofessionen zu integrieren. Das Curriculum enthält neben konkreten Tipps für die Lehre auch zahlreiche Fallbeispiele und ergänzende Hinweise zum Umgang mit dem Thema in der interprofessionellen Bildungsarbeit. Die Erstellung des Mustercurriculums erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit in Deutschland, der Plattform Patientensicherheit in Österreich sowie der Stiftung Patientensicherheit in der Schweiz. Mit seiner Hilfe soll interprofessionelles Lernen und Lehren in den deutschsprachigen Ländern angeregt und die Kompetenzentwicklung zum Thema Patientensicherheit gefördert werden. Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Förderung der Robert-Bosch-Stiftung.

Anschließend schilderte PROF. GERHARD AIGNER vom Institut für Ethik und Recht der Medizin der medizinischen Universität Wien Wege zur Patientensicherheit aus Sicht der Plattform Patientensicherheit. Von herausragender Bedeutung ist dabei die Kommunikation. Mit den Patienten, im Team sowie Berufsgruppen übergreifend. Wichtige Einflüsse bestehen von Seiten der Dokumentation(spflicht), E-Health, der komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen sowie von Kommunikationsbarrieren, insb. bei fremdsprachigen PatientInnen. Es ist daher eine Einbettung der Patientensicherheit in eine umfassende Sicherheitskultur zu fordern und zu fördern.

Im abschließenden Vortrag unterstrich Herr LUCAS PFLANZL-KNIZACEK aus der Perspektive der Notfallmedizin die hohe Bedeutung von Human Factors bei der medizinischen Simulation. Zur Steigerung der Human Factors werden neben fachlichen (techs) vor allem zwischenmenschliche (notechs) Faktoren trainiert. Als Erfolgsfaktoren von Notfallsteams wurde ein Mehr an Anweisungen, das persönliche Ansprechen mit Namen, Wiederholungsschleifen, das Artikulieren jeder Handlung sowie das konkrete Benennen von deren Anfang und Ende identifiziert.

Neben den sich an die Vorträge anschließenden Fragerunden konnten die TeilnehmerInnen ihre individuellen Fragestellungen und Erfahrungen vor allem in den zwei Round Table Gesprächsrunden am Nachmittag einbringen. Dabei wurden mit den Vortragenden Details zur Realisierung des Mustercurriculums sowie von Simulationen diskutiert.

Die TeilnehmerInnen der FH Kärnten diskutierten in den Pausengespräche eine gemeinsame Vertiefung der Thematik Patientensicherheit im Studienbereich Gesundheit & Soziales.

Ein kleiner fotografischer Rückblick 

Kontakt

FH-Prof. Dr. Ralf Reiche
+43 5 90500 4116
r.reiche[at]fh-kaernten[dot]at
Hauptplatz 12
9560 Feldkirchen in Kärnten