FH Kärnten trackte Strasser-Weltrekord

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Michael Strasser hat eine neue Weltrekordzeit von 84 Tagen, elf Stunden und 50 Minuten für die Strecke von Prudhoe Bay, Alaska, nach Ushuaia, Patagonien, aufgestellt.
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Informationstechnologien
Netzwerk- und Kommunikationstechnik

Der österreichische Extremsportler Michael Strasser hat mit seinem Projekt „Ice2Ice" einen Weltrekord aufgestellt. Für das lückenlose Livetracking war das Team der FH Kärnten Timing am Studiengang "Netzwerk- und Kommunikationstechnik" zuständig.

Extremradsportler Michael Strasser bewältigt im Rahmen seines Projekts "Ice2Ice" die 22.642 Kilometer lange Strecke von Alaska nach Patagonien per Rad in 84 Tagen, elf Stunden und 50 Minuten. Damit unterbietet er die Bestmarke um mehr als 15 Tage und stellt einen neuen Weltrekord auf.

Für das lückenlose Livetracking war das Team der FH Kärnten Timing am Studiengang "Netzwerk- und Kommunikationstechnik" zuständig, dabei waren verschiedene GPS-Trackersysteme im Einsatz. Einerseits gab es zwei streichholzschachtelkleine und wasserdichte Tracker, die abwechselnd direkt am Fahrrad oder in der Trikottasche von Michael Strasser mitgeführt wurden und im Intervall von 15 Minuten die Position über das lokale GSM-Mobilnetzwerk lieferten. Nachdem aber an vielen Streckenabschnitten in Alaska, Kanada, Chile und Argentinien kein Mobilnetz erreichbar war, kam ein weiterer GPS-Tracker im Begleitfahrzeug zum Einsatz, der die Positionsdaten über das Iridium-Satellitenkommunikationsnetzwerk weiterleitete. Hier war die Intervallrate auf 20 Minuten eingestellt. Die empfangenen GPS-Daten aller Tracker wurden zentral in Klagenfurt ausgewertet und die jeweils aktuellste Position an die Webseite weitergeleitet. Insgesamt wurden 16.777 Positionsmeldungen übertragen und ausgewertet.

Helmut Wöllik von der FH Kärnten stand im täglichen Kontakt mit dem Extremsportler. "Das Kernteam in Bezug auf die Technik umfasste die Personen in den Betreuerfahrzeugen vor Ort, dem Webdesigner der die Daten visualisierte und ich, der sie aufbereitete und vermittelte", meint Wöllik, der für das Projekt auch einige schlaflose Nachtstunden einbringen musste: "Beim Startzeitpunkt am 24. Juli war es bei uns 2:15 Uhr nachts. Erst ab dann war klar, dass die Geräte korrekt die Daten lieferten und diese bis zur Website weitergeleitet wurden."

Wöllik war schon beim ersten Weltrekordversuch von Strasser vor zwei Jahren durch Afrika mit dabei. Dieses Mal war es aber relativ schnell klar, wohin die Reise gehen würde. "Es war eigentlich schon in den ersten beiden Wochen abzusehen, dass sich der Weltrekord ausgehen wird, wenn nichts Gröberes passiert. Hat er doch durchschnittlich 268 Kilometer täglich am Fahrrad abgespult, und manchmal sogar bis zu 400 Kilometer". Dennoch war die große Unbekannte der südliche amerikanische Kontinent mit seinen starken Gegenwinden und hohen Bergen.

Nach der Zieldurchquerung im argentinischen Ushuaia hatte der Extremsportler 168.000 Höhenmeter am Radcomputer stehen - das entspricht 120 Mal über die Hochalpenstraße auf den Großglockner.