Wahlmodul II - Entwicklung und Gestaltung des Sozialstaates: Das sozialpolitische Prinzip - Geschichte und Aktualität des Sozialstaates (ILV)

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LehrveranstaltungsleiterIn:

FH-Prof. Dr.

 Helmut Richard Arnold

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LV-NummerM3.0607.10.090
LV-KürzelDSP
Studienplan2017
Studiengangssemester 1. Semester
LehrveranstaltungsmodusPräsenzveranstaltung
Semesterwochenstunden / SWS2,0
ECTS Credits3,0
Unterrichtssprache Deutsch

Die Studierenden begreifen, dass der Sozialstaat, wie er in Österreich und vergleichbar in den europäischen Nachbarländern existiert, nicht vom "Himmel" gefallen ist. Die Studierenden erkennen die gesellschaftlichen und politischen Triebkräfte bei der Herausbildung des sozialstaatlichen Gefüges; sie können aktuelle Entwicklungsrichtungen der Sozialpolitik einschätzen und ebenso Herausforderungen und Zukunftsdebatten - wie etwa die Flüchtlingsfrage oder die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen - sachverständig einordnen. Sie wissen, dass sozialstaatliche Transfers (in Form von Geldleistungen) zur Sicherung gegen durchschnittliche Lebensrisiken für die Betroffenen überlebenswichtig sind, dass es für die Erhaltung und Wiederherstellung von Handlungsfähigkeit und eigenständiger Lebensführung von Menschen in Lebenskrisen aber mehr als Geldleistungen bedarf. Damit werden die Funktion und die professionellen Handlungsmuster Sozialer Arbeit als das lebensweltlich zugewandte Instrumentarium des Sozialstaats sichtbar und so im Ensemble staatlicher Gesamtpolitik auch legitimationsfähig.

Abgeschlossenes Bachelorstudium

Der Sozialstaat gilt den Menschen in Europa als selbstverständlich gewordene Hintergrundsicherheit. Er erfährt - trotz gesellschaftlich wahrgenommener sozialer Ungleichheit, fachpolitisch diskutierter Schieflagen und faktisch vorgenommener Sparoperationen - hohe Zustimmung. Die LV gibt eine Einführung in sozialpolitisches Denken.
Über das sozialpolitische Prinzip als historisch-systematischer Zugang lässt sich der Sozialstaat in seiner jeweiligen epochalen Prägung rekonstruieren. Dabei zeigt er sich als unverzichtbarer Begleiter der industriellen Moderne - in kompensatorischer, konstitutiver und präventiver Funktion. Leitprinzipien der Sozialstaatlichkeit wie Solidarität, Subsidiarität, Gerechtigkeit werden erörtert.
Der Sozialen Arbeit ist ein sozialpolitisches Mandat zur Bearbeitung gesellschaftlicher Konflikte und insbesondere zur Verbesserung der Lebenslage vulnerabler Gruppen aufgetragen. Insofern stehen die Entwicklungstrends und Handlungsfelder der sozialen Dienste und deren Professionalität im Mittelpunkt.

Böhnisch, Lothar & Schröer, Wolfgang (2012). Sozialpolitik und Soziale Arbeit. Eine Einführung. Weinheim: Beltz Juventa.
Csoba, Judith, Graßhoff, Gunther & Hamburger, Franz (Hrsg.) (2014). Soziale Arbeit in Europa. Diskurse der Sozialarbeit, Europäisierung, soziale Bewegungen und Sozialstaat. Schwalbach/Ts: Wochenschau.
Evers, Adalbert, Heinze, Rolf G. & Olk, Thomas (Hrsg.) (2011). Handbuch Soziale Dienste. Wiesbaden: VS Verlag.
Kaufmann, Franz-Xaver (2003). Sozialpolitisches Denken. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Melinz, Gerhard (2009). Vom "Almosen" zum "Richtsatz". Etappen österreichischer Armenfürsorge-/Sozialhilfe(politik): 1863 bis zur Gegenwart. In: Dimmel, Nikolaus, Heitzmann, Karin & Schenk, Martin (Hrsg.). Handbuch Armut in Österreich. Innsbruck et al.: Studienm, 646-663.
Pankoke, Eckart (1990). Die Arbeitsfrage. Arbeitsmoral, Beschäftigungskrisen und Wohlfahrtspolitik im Industriezeitalter. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Vobruba, Georg (2000). Alternativen zur Vollbeschäftigung. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Zirra, Sascha (2010). Die Europäisierung nationaler Beschäftigungspolitik. Europäische Koordinierung und institutionelle Reformen. Wiesbaden: VS Verlag.

Vortrag, Präsentation von Leittexten, Referate in Gruppenarbeit, Kurzprotokolle

Qualität der Kleingruppen-Inputs (50 %), schriftliche Ausarbeitung (25 %), mündliche Mitarbeit (25 %)