Design for all & Barrierefreiheit (SE)

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VertiefungDisability, Diversity und Technik
LV-NummerB3.07290.01.450
LV-KürzelDes&Bar
Studienplan2013
Studiengangssemester 6. Semester
LehrveranstaltungsmodusPräsenzveranstaltung
Semesterwochenstunden / SWS2,0
ECTS Credits4,0
Unterrichtssprache Deutsch

Die Absolventin bzw. der Absolvent verfügt über Grundkenntnisse der Techniktheorien (Ethik der Technik und Fragen der Technikgenese und Technikimplementierung), die Technik als zentrales Medium der gesellschaftlichen Verkehrsformen und der menschlichen Selbst- und Weltdeutung diskutieren.

In normativer Hinsicht werden ethisch-philosophische Basiskompetenzen aus dem Bereich der Technikethik vermittelt. Dieser Zugang wird anhand sozialphilosophisch-politischer Fragen der Bioethik als 'bereichsübergreifender Technologie-Ethik' (Irrgang) konkretisiert. Insbesondere haben die Absolventinnen und Absolventen ein Verständnis für Problemstellungen und Fragen, die durch neue Handlungsoptionen in der High-Tech-Medizin erwachsen, entwickelt. Die Absolventinnen und Absolventen sind in der Lage, (bio)ethische Probleme neuer technologischer Entwicklung zu erkennen, zu analysieren und zu bewerten. Ihnen sind Ansätze der Technikentwicklung und -bewertung bekannt, die die Prioritäten von Menschen mit Behinderung einbeziehen.

In Hinsicht der Technikentwicklungen haben sie sich mit Fragen der Barrierefreiheit vertraut gemacht und kennen Möglichkeiten des "Design for all".

Die Studierenden sind in "AAL"-Entwicklungen (Ambient assisted Living) an der Schnittstelle zur Medizintechnik eingeführt und kennen die Forschungsaufgaben zur Bedürfnisanalyse, Usibility und Akzeptanz als Basis ganzheitlicher "AAL"-Evaluationsstrategien.

Die angeeigneten Wissensbestände werden von den Absolventinnen und Absolventen darüber hinaus zur Reflexion der professionellen Identitätsgestaltung genutzt.

Technologien können nicht nur eine eingeschränkte Funktion ausgleichen, sondern auch das Ziel verfolgen, die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen zu fördern. Im Idealfall werden Menschen mit Behinderung in die Entwicklung von Technologien einbezogen. Technik sollte erstens so gestaltet sein, dass sie von möglichst allen nutzbar ist. Zweitens sollte sie Menschen mit Behinderung Wahlmöglichkeiten bereitstellen, so leben zu können, wie andere auch. Die LV zeigt interdisziplinäre Wege auf, wie die Forschung und Entwicklung neuer Technologien so strukturiert werden können, dass sie für die barrierefreie Nutzung von Menschen mit Behinderung geeignet sind. Über gemeinsame Projekte mit der Medizintechnik wird in "AAL"-Entwicklungen (Ambient assisted Living) eingeführt.

Dederich, M. (Hrsg.) (2004): Bioethik und Behinderung. Bad Heilbrunn.

Dungs, S.; Mührel, E.; Gerber, U. (Hrsg.) (2009): Biotechnologie in Kontexten der Sozial- und Gesundheitsberufe: Professionelle Praxen - Disziplinäre Nachbarschaften - Gesellschaftliche Leitbilder. Frankfurt am
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Zoglauer, Th. (Hrsg.) (2002): Technikphilosophie. Freiburg.

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LV-immanenter Prüfungscharakter