„Lehre & Studium“ im Wintersemester 2022 wieder am Start

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Vertreterinnen & Vertreter von Infineon Austria, Flex, RHI Magnesita, der Berufsschule Villach sowie der GPS – Lehrwerkstätte präsentierten gemeinsam mit der FH Kärnten das Ausbildungsmodell "Lehre & Studium".
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Wolfgang Werth, Studiengangsleitung von Systems Engineering an der FH Kärnten stellt bei der Pressekonferenz auf dem Campus Villach "Lehre & Studium" vor.
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Wolfgang Werth, Studiengangsleiter Systems Engineering (links außen) mit Thomas Reisinger, Vorstand für Operations bei Infineon Austria (rechts außen) und Studierenden im Programm Lehre und Studium bei der Demonstration von Übungen im Labor auf dem Campus Villach.
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Engineering & IT - Studium

Kombination von Praxis und Studium bietet attraktive Doppelausbildung: Bereits im Wintersemester 2020/21 startete der erste Jahrgang von „Lehre & Studium“ an der FH Kärnten. Eine neu entwickelte Doppellehre für das Berufsbild „Prozesstechnik + Elektrotechnik: Anlagen- und Betriebstechnik“ richtet sich speziell an Maturant*innen der AHS und BHS, die FH Kärnten bietet mit dem Studiengang „Systems Engineering“ parallel dazu ein berufsbegleitendes Studium an. Mit an Bord sind Infineon Technologies Austria AG, Flex, RHI Magnesita, die Berufsschule Villach sowie die GPS – Lehrwerkstätte und die FH Kärnten.

In vielen Branchen steigen die Anforderungen an die Qualifikation von Bewerbern. Komplexe Industrieanlagen, die nach professioneller Betreuung, Programmierung und Wartung verlangen, gehen einher mit einem erhöhten Bedarf nach qualifizierten Fachkräften. Mit dem Ausbildungsmodell „Lehre und Studium“ stehen Auszubildenden nun ein attraktiver Arbeitsplatz in einem Industriebetrieb, zwei Lehrabschlüsse und ein Bachelortitel in Aussicht. „Der große Vorteil für mich ist, zwei Abschlüsse zu kombinieren. So kann ich sowohl die theoretischen Rahmenbedingungen erlernen als auch das Gelernte im Unternehmen direkt in die Praxis umsetzen. Dieser Mix gefällt mir besonders“, sagt Martin Schrott, Lehrling bei FLEX mit Lehre und Studium.

Ein Bachelorabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung

Die Kombination aus Lehre und dem berufsbegleitendem Bachelorstudium‚Systems Engineering‘ an der FH Kärnten spricht vor allem Maturant*innen an, die nach der Matura eine Lehre absolvieren möchten und sich zusätzlich für ein Studium interessieren. Wolfgang Werth, Studiengangsleiter von Systems Engineering an der FH Kärnten: „Während im Studium die theoretischen und konzeptionellen Kompetenzen erarbeitet werden, fokussiert die betriebliche Ausbildung auf den Erwerb von praktischen und handwerklichen Kenntnissen. Dank der Mitinitiierung der Fachberufsschule Villach, der GPS – Lehrwerkstätte und der Industriebetriebe Flex, Infineon Technologies Austria und RHI Magnesita konnte dieses Konzept erfolgreich umgesetzt werden.“

Abwanderung und Fachkräftemangel entgegenwirken

Mit dem Ausbildungsmodell von „Lehre und Studium“ wird Kärnten als Standort für junge Menschen noch attraktiver und wirkt auch der Abwanderung sowie dem Fachkräftemangel entgegen. Am Infineon-Standort in Villach befindet sich eine der modernsten Chipfabriken in Europa. Die Mikrochips sind weltweit hochgefragt und finden sich in Solar- und Windenergieanlagen, E-Autos oder E-Bikes genauso wie in Smartphones. Thomas Reisinger Vorstand für Operations bei Infineon Technologies Austria: „Unsere digital vernetzten Fertigungssysteme brauchen bestens ausgebildete Fachkräfte, die sie bedienen, warten und programmieren können. Wir bieten den jungen Menschen in der Region ein fundiertes Hightech-Wissen, viele Karrierechancen und eine Aufgabe mit gesellschaftlichem Wert. Unsere Erfahrungen mit dem Modell ‚Lehre und Studium‘ sind außerordentlich gut, daher wollen wir sechs weitere Technik-Talente, insbesondere auch Frauen für uns gewinnen.“  Derzeit absolvieren bei Infineon sechs Lehrlinge die Ausbildung „Lehre und Studium“, davon drei junge Frauen. „Die Ausbildung ist abwechslungsreich und intensiv. Man lernt viel, nicht nur fachlich, sondern auch persönlich. Ich schätze die Teamarbeit und die Einblicke in die Arbeits- und Ausbildungsweise eines internationalen Konzerns mit vielen Karrierechancen. Neben dem technischen Interesse braucht es auch Ausdauer, Organisationstalent und die Freude, immer Neues zu lernen“, erklärt Fabienne Winkler, Lehrling bei Infineon Technologies Austria mit Lehre und Studium.

Neue Berufe durch Digitalisierung

Durch die Digitalisierung entstehen völlig neue Berufsbilder in der Industrie. Das Modell „Lehre und Studium“ orientiert sich an den Bedürfnissen der Unternehmen und bietet einer jungen Generation berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten im technischen Bereich. Aleksandar Karanfilov, Lehrling Prozesstechnik / Anlagen- und Betriebstechnik, RHI Magnesita: „Die Kombination aus Beruf und Studium hat mich gereizt, mich für ‚Lehre und Studium‘ zu bewerben. Und ich habe es noch nie bereut. Wo sonst hat man einen sicheren Job und die Chance zu studieren? Dabei ist das Zusammenspiel von Theorie und Praxis für mich von unschätzbarem Wert: an einem Tag lerne ich und am nächsten Tag setze ich das Gelernte direkt um. Wenn man Ehrgeiz und Motivation mitbringt, ist dieses Programm eine großartige Chance.“ 

Dieses effektive Ausbildungsmodell trägt durch den Mix aus Praxis und Studium zur Standortsicherung von Betrieben bei und hilft den Mitarbeiterbedarf der Industrie künftig zu decken. Sigrid Heinzle, Head of People & Culture Europe/CIS/Turkey bei RHI Magnesita: „Nach 24 Monaten Erfahrung können wir guten Gewissens sagen: Das Projekt ‚Lehre und Studium‘ ist eine großartige Chance sowohl für Lehrlinge als auch für Unternehmen. Es hat unseren Horizont erweitert. Wir sehen, dass die Lehrlinge im Alter bis 35 Jahre das Team der sonst sehr jungen Lehrlinge ungemein bereichern. Die TeilnehmerInnen von ‚Lehre und Studium‘ bringen sehr viel Engagement und Wille mit, die man bei einer 6-Tage Woche - bestehend aus 5 Tagen im Werk und 1 Tag an der FH Kärnten - auch braucht. Wir wollen nun noch das Pensum an notwendiger Praxis in unseren Werken treffsicher anpassen und freuen uns so im Herbst in das 3. Jahr von „Lehre und Studium“ zu starten.“

Neue Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt wie in Anlagen- und Betriebstechnik sowie bessere Aufstiegschancen im Unternehmen steigern die Attraktivität einer Doppellehre. „Die Lehre mit Studium schafft ideale Voraussetzungen, um unsere Lehrlinge auf die sich ständig verändernde Arbeitswelt vorzubereiten. Für uns bei Flex hat es sich als optimales Modell herausgestellt, um Nachwuchstalente zu fördern und ihnen die besten Möglichkeiten zu bieten, da sie das Unternehmen und Tätigkeitsfeld bereits während der Ausbildung kennenlernen. Herausforderungen können in der Praxis ideal gelöst werden, da zu Grunde liegende theoretische Aspekte im Rahmen des Studiums vertieft werden“, ist René Wallner, Leiter des Ausbildungszentrums bei FLEX, überzeugt.

Die Verknüpfung mit einem Studium an der Hochschule und der Lehre in einem Unternehmen bringt klare Vorteile mit sich: „Durch die Kombination von Studium und Lehre hat man Ansprechpartner sowohl im Rahmen des Studiums als auch Mentoren im Unternehmen, die einem bei den unterschiedlichen Aufgaben und Herausforderungen zur Seite stehen“, zeigt sich Elisabeth Bretis, Lehrling bei FLEX, über die gute Zusammenarbeit mit der FH Kärnten und Flex dankbar.

Fast Facts:

Dauer der Ausbildung:

  • Doppellehre verkürzt auf 3 Jahre
  • Bachelorstudium an der FH Kärnten (Campus Villach) kann parallel zur Lehre absolviert werden 

Aufwand pro Woche:

  • 4 Tage Lehre (im Unternehmen bzw. Berufsschule)
  • 2 Tage Studium an der FH Kärnten

Bewerbungsprocedere:

  1. Bewerbung für eine Lehrstelle in einem Unternehmen, das den Lehrberuf Prozesstechnik + Elektrotechnik: Anlagen- und Betriebstechnik“ anbietet
  2. Nach erfolgter Zusage für die Lehrstelle, Bewerbung an der FH Kärnten für das berufsbegleitende Bachelorstudium „Systems Engineering“
  3. Durchlauf Aufnahmeverfahren an der FH Kärnten
  4. Studienbeginn Mitte September 2022

Kontakt:
FH Kärnten
FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr.  Wolfgang Werth

Studiengangsleitung Systems Engineering
T: +43 (0)5 90500-2125
E: w.werth[at]fh-kaernten[dot]at