Forschungsprojekt des Monats: CoRaLi-DAR: Radar und LiDAR gemeinsam für sicherere Mobilität

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Wie lassen sich Fahrzeuge auch bei schwierigen Wetterbedingungen zuverlässig erkennen und Entfernungen präzise messen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das internationale Forschungsprojekt CoRaLi-DAR. Die CU Hochschule Kärnten entwickelt gemeinsam mit europäischen Partnern zentrale elektronische Komponenten für ein neuartiges Sensorsystem, das die Vorteile von Radar und LiDAR in einem Modul verbindet.

Radar und LiDAR haben unterschiedliche Stärken: LiDAR ermöglicht eine sehr genaue räumliche Erfassung der Umgebung, während Radar auch bei Regen, Nebel oder anderen schwierigen Wetterbedingungen zuverlässig arbeitet. Im Projekt CoRaLi-DAR werden beide Technologien nicht nur nebeneinander eingesetzt, sondern in einem gemeinsamen Sensorsystem zusammengeführt. Ziel ist ein kompakter, energieeffizienter und kostengünstiger Sensor für die Automobilindustrie.

Die CU Hochschule Kärnten ist als österreichischer Forschungspartner an CoRaLi-DAR beteiligt. Das Team des Carinthian Institute for Microelectronics (CIME) unter der Leitung von Johannes Sturm arbeitet dabei an der Entwicklung integrierter Schaltungen für das Sensorsystem. Dazu gehören unter anderem die Elektronik für den LiDAR-Empfänger sowie eine integrierte Schaltung zur Steuerung des Lasers für die FMCW-LiDAR-Anwendung. Die Arbeiten erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern Silicon Austria Labs und IHP.

Damit verbindet das Projekt mehrere Bereiche, die an der CU Hochschule Kärnten seit Jahren Teil der Forschung sind: Mikroelektronik, integrierte Schaltungen, Sensorik und drahtlose Kommunikation. CoRaLi-DAR zeigt, wie dieses Know-how in einem internationalen Forschungsprojekt für eine konkrete technologische Anwendung eingesetzt wird.

Im ersten Schritt wird die Technologie für Anwendungen im Automobilbereich entwickelt. Das Sensorsystem soll Fahrzeuge dabei unterstützen, ihre Umgebung zuverlässig zu erfassen – etwa für Fahrerassistenzsysteme, adaptive Geschwindigkeitsregelung, Notbremsassistenten oder die Überwachung des toten Winkels. Je nach Position am Fahrzeug können unterschiedliche Reichweiten und Aufgaben abgedeckt werden.

Die Technologie ist aber nicht auf das Auto beschränkt. Auch Anwendungen in Robotik, Drohnen, Umweltmonitoring oder weiteren Bereichen, in denen Objekte und Entfernungen zuverlässig erfasst werden müssen, sind denkbar.

CoRaLi-DAR wird von Silicon Austria Labs koordiniert und verbindet Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus mehreren europäischen Ländern. Neben der CU Hochschule Kärnten sind unter anderem das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik, Infineon Technologies Austria, imec und imec Nederland beteiligt. Das Projekt läuft von Jänner 2023 bis Juni 2027 und wird im Rahmen von Horizon Europe mit knapp fünf Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert.