Bei der diesjährigen EMAC an der University of Bath war FH-Prof. Dr. Bernhard Guetz von der FH Kärnten mit dem Paper „Seeing Is Not Feeling When Evaluating Shoulder Bags: A Mixed-Methods Experiment on Physical and Digital Presentation Formats“ vertreten. Im Zentrum der Studie steht die Frage, wie Konsument:innen Schultertaschen beurteilen, wenn sie diese physisch oder digital präsentiert bekommen. Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Darstellungen wichtige sensorische Eindrücke wie Gewicht, Materialgefühl oder Haptik nicht vollständig ersetzen können. Physische Produktpräsentationen führen daher zu stabileren und häufig höheren Qualitätsbewertungen. Die Studie unterstreicht damit die Bedeutung hybrider Customer Journeys. Digitale Informationen sind wertvoll, entfalten ihre volle Wirkung aber besonders dann, wenn sie mit realer Produkterfahrung kombiniert werden. Für Handel und Marketing ergeben sich daraus wichtige Impulse für Omnichannel-Strategien und sensorisch reichere digitale Touchpoints.
Besonders hervorzuheben ist die Rolle von Sarah Gansl, BA MA, Absolventin des Masterstudiengangs Business Development & Management. Das Paper basiert auf jenem Datensatz, den sie im Rahmen ihrer Masterarbeit erhoben und wissenschaftlich aufbereitet hat. Gemeinsam mit FH-Prof. Dr. Bernhard Guetz wurde daraus ein Beitrag für die internationale Marketingforschung, den Sarah Gansl auch als Koautorin bei der EMAC in Bath mitvertrat. Der Masterstudiengang unter der Leitung von FH-Prof. Dr. Alexander Schwarz-Musch zeigt damit eindrucksvoll, wie eng anwendungsorientierte Lehre, wissenschaftliche Forschung und internationale Sichtbarkeit zusammenspielen können. Die Präsentation bei der EMAC in Bath ist damit mehr als ein einzelner Konferenzbeitrag. Sie steht exemplarisch dafür, wie Forschung an Fachhochschulen wirken kann. Nah an realen Fragestellungen, methodisch fundiert und zugleich offen für die Anforderungen einer sich wandelnden Wirtschaft. Gerade im Handel, wo digitale Kanäle längst selbstverständlich geworden sind, erinnert die Studie daran, dass Kundenerlebnisse nicht allein aus Bildern, Produkttexten und Interfaces bestehen. Zugleich zeigt der Beitrag, welches Potenzial in der Verbindung von Lehre und Forschung steckt. Wenn eine Masterarbeit zur Grundlage eines internationalen Konferenzpapers wird, dann ist das auch ein starkes Signal an Studierende. Relevante Forschung beginnt nicht erst nach dem Studium. Sie kann dort entstehen, wo Praxisbezug und wissenschaftliche Begleitung zusammenkommen.
So wird aus einer Untersuchung über Schultertaschen letztlich Geschichte über die Zukunft des Handels, über die Grenzen digitaler Produktwelten und über die Chancen einer Hochschule, die Forschung nicht nur vermittelt, sondern gemeinsam mit ihren Studierenden sichtbar macht.






