„Wir wollten die neuesten Forschungsergebnisse verständlich und zugänglich aufbereiten“, sagt Michael Jungmeier, Professor an der Fachhochschule Kärnten. Der Echte Speik wächst nur in wenigen Regionen der Ostalpen – und genau diese Begrenztheit macht ihn ökologisch wie kulturell besonders wertvoll.
Das Buch zeichnet ein vielschichtiges Bild: von historischen Handelswegen bis in die Antike bis hin zu seiner heutigen Rolle als regionales Identitätssymbol. So zeigt sich, dass die Pflanze nicht nur in der Natur, sondern auch im kollektiven Gedächtnis der Region verankert ist – zwischen Tradition, Nutzung und Schutz.
Die Beiträge stammen aus einem breit angelegten, multidisziplinären Forschungsprojekt. „Der Speik wurde nicht nur wissenschaftlich untersucht, sondern gemeinsam mit Menschen aus der Region erforscht“, erklärt Bildungswissenschaftlerin Selina Strasser. Für Wissenschaftshistorikerin Marianne Klemun ist besonders spannend, wie weit die Geschichte der Pflanze zurückreicht: „Der Speik hatte viele Namen und war schon früh Teil internationaler Handelsbeziehungen.“
Auch die Gegenwart des Speiks ist vielschichtig: Landschaftsplanerin Christina Pichler-Koban beschreibt ihn als „emotional aufgeladen, widersprüchlich und identitätsstiftend“. Gleichzeitig bleiben zentrale Fragen offen. „Es gibt noch viel zu erforschen“, betont Botaniker Roland Eberwein.
Für den UNESCO-Biosphärenpark Kärntner Nockberge ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Schutz und nachhaltige Nutzung. „Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, wie wichtig es ist, den Speik langfristig zu sichern“, sagt Biosphärenpark-Leiter Dietmar Rossmann.
Das Buch ist das Ergebnis eines mehrjährigen, von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften geförderten Forschungsprojekts. Ein interdisziplinäres Team hat die Pflanze aus naturwissenschaftlicher, historischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Perspektive untersucht – mit Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Diese interdisziplinäre Breite spiegelt sich auch in den Autor:innen wider: Geographin Monika Auinger, Botaniker Roland Eberwein, Infrastrukturökonom Michael Getzner, Kommunikationswissenschaftlerin Gabriele Hadl, Humangeograph und Ökologe Michael Jungmeier, Humangeographin Zuzanna Kieliszek, Wissenschaftshistorikerin Marianne Klemun, Pharmazeutin Daniela Litscher, Biochemiker Johannes Novak, Landschaftsökologe Stefan Novak, Landschaftsplanerin Christina Pichler-Koban, Bildungswissenschaftlerin Selina Strasser, Jurist Raphael Süssenbacher sowie Seifensiederin Karina Wimmer.
Die in Klagenfurt lebende Künstlerin Katya Frei gestaltete die Schmuckseiten, das Layout und die Druckvorbereitung verantwortete Geographin Elisabeth Wiegele.
Die Publikation ist ab sofort im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erhältlich – auch als E-Book.
Rückfragen an: FH Kärnten – Carinthia University of Applied Sciences FH-Prof. Dr. Michael Jungmeier
Tel.: +43 (0)5 / 90500-4314 E-Mail: m.jungmeier[at]cuas[dot]at
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Der Echte Speik, eine seltene Pflanze aus den Kärntner Nockbergen, steht im Mittelpunkt des Anfang 2026 erschienenen Buches mit dem Titel „Die nachhaltige Nutzung des Echten Speiks (Valeriana celtica subsp. norica) im Biosphärenpark Nockberge – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“. Herausgegeben wurde es von einem wissenschaftlich und praxisnah aufgestellten Autor*innenteam bestehend aus Monika Auinger, Michael Jungmeier, Marianne Klemun, Christina Pichler-Koban sowie Selina Anna-Maria Straßer.
Seit Jahrhunderten wird der Speik für Heilmittel und Parfums genutzt und ist heute auch ein wichtiges Symbol regionaler Identität.
Die Publikation bündelt aktuelle Forschungsergebnisse aus einem interdisziplinären Projekt und beleuchtet die Pflanze aus historischer, ökologischer und gesellschaftlicher Perspektive. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich aufzubereiten und Perspektiven für eine nachhaltige Nutzung und den langfristigen Schutz der Art aufzuzeigen.

