Auf dem Weg zur App auf Rezept

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Eine Klientin überträgt ihre Vitaldaten in die Ordination (Credit: IBH/Hannes Thalmann)
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Fahrtzeiten und Hausbesuche können optimal geplant werden (Credit: 123rf/HighwayStraz)
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Eine Pflegekraft führt eine Pflegebedürftige in eine Gesundheits-App ein (Credit: 123rf/halfpoint)
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Engineering & IT

Mit dem TeleCareHub entsteht Österreichs Drehscheibe für Telepflege.

Im Sinne des gesundheitspolitischen Ziels „ambulant vor stationär“ haben sich mehrere Organisationen in Österreich, darunter die FH Kärnten, zusammengeschlossen, um die Möglichkeiten der häuslichen Pflege mit digitalen Technologien zu stärken. Sie bilden mit dem TeleCareHub für die nächsten vier Jahre eine neue Drehscheibe für Telepflege.

Neue Formen der Unterstützung

Die neue Pflegereform des Bundesministeriums wird als wichtiger erster Schritt zur Entlastung der Pflegenden und der pflegenden Angehörigen gesehen. Der Gemeindebund, Gewerkschaftsbund, die Diakonie, Caritas und Volkshilfe sowie das Hilfswerk sind sich einig, dass weitere Reformen notwendig sind. Diese sollten neben der finanziellen Unterstützung auch zusätzliche Formen der Unterstützung für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige umfassen. Finanzielle Unterstützung für die Betroffenen ist sehr wichtig. Notwendig ist, neue Formen der inhaltlichen Unterstützung anzubieten, insbesondere für die Pflegebedürftigen und die pflegenden Angehörigen. Für das gesundheitspolitische Ziel „ambulant vor stationär“ haben sich mehrere Organisationen in Österreich verbunden, um die häusliche Pflege zu stärken. Es handelt sich neben der FH Kärnten, um connexia -Gesellschaft für Gesundheit und Pflege, die Tirol Kliniken, die Diakonie de La Tour und Fachhochschule Vorarlberg, die Universität Innsbruck, die Salzburg Research Forschungsgesellschaft, die Unternehmen ESD, Fawo und Intefox sowie das Zentrum für MigrantInnen in Tirol. Sie bilden für die nächsten vier Jahre, mit dem TeleCareHub, eine neue Drehscheibe für Telepflege.

Was ist Telepflege?

Unter Telepflege versteht man ergänzende Pflege und Betreuung, die für zu Hause lebende Menschen aus der Ferne geleistet wird. Es sind digitale Technologien, die zwischenmenschliche Hilfe unterstützen oder möglich machen. Telepflege richtet sich in erster Linie an ältere Menschen, die so lange wie möglich in ihrem Zuhause unabhängig bleiben wollen. Mit digitalen Gesundheitsanwendungen, wie Apps, können Pflegebedürftige und pflegende Angehörige bei Bedarf zusätzliche gesundheitliche und soziale Betreuung durch professionelles Pflegepersonal in Anspruch nehmen. Auch Freunde, Nachbarn und Bekannte können über Telepflege orts- und zeitunabhängig Hilfe leisten. Telepflege zeigt auch positive Auswirkungen auf den Einsatz von Pflegepersonal: z.B. Fahrtzeiten und Hausbesuche können optimal geplant werden.

Was macht der TeleCareHub?

TeleCareHub ist eine Anlaufstelle für alle, die sich für Telepflege interessieren und bietet einen Überblick über entsprechende Personendienstleistungen und technische Lösungen in Österreich. Ältere Menschen erhalten über eine individuelle Beratung eine Erweiterung der Perspektive für ein langes, gesundes und selbständiges Leben zu Hause. Pflegenden Angehörigen und all jenen, die ältere Menschen zu Hause betreuen, werden Möglichkeiten vorgestellt, wie sie bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten entlastet werden. Und professionelle Leistungserbringer*innen bekommen unterstützende Leistungen und technische Lösungen vorgeschlagen. Im österreichischen Gesundheitssystem können Versicherte, anders als in Deutschland, keine digitalen Gesundheitsanwendungen auf Kassenrezept beziehen. Dort übernehmen einzelne Krankenkassen die Kosten für Apps: Studien zeigen, durch den Einsatz mobiler Technologien wird eine bessere ambulante Versorgungsstruktur geschaffen. Der TeleCareHub, die neue Drehscheibe für Telepflege, will ein ähnliches Recht für die österreichische Bevölkerung in der Gesundheitspolitik erreichen. Aus diesem Grund wird in den nächsten Jahren u.a. eine umfangreiche Feldstudie durchgeführt, die die Auswirkungen von digitalen Gesundheitsanwendungen auf Pflegende und pflegende Angehörige untersucht. Ergänzt wird das durch einen kontinuierlichen Austausch mit Interessensgruppen des Gesundheitswesens. Mit einem Anstieg des Bekanntheitsgrades für die Aktivitäten von TeleCareHub im Gesundheitsbereich soll das Vertrauen in Telepflege gestärkt und eine positive Meinungsbildung zu „App auf Rezept“ in Österreich initiiert werden.

Im TeleCareHub wirken 24 weitere Organisationen mit, die Telepflege zu einem breiten Einsatz in der Praxis zu bringen - das Netzwerk wächst. Eine Übersicht über das Netzwerk und weitere Informationen unter www.telecarehub.at.

Modellhafte Lösungen

Der österreichweite TeleCareHub wurde von der Österreichischen Forschungsfördergesellschaft (FFG) als Leitprojekt ausgewählt und ist im FFG-Programm „benefit“ vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) gefördert. Leitprojekte der FFG dienen der Stärkung eines Sektors und schaffen modellhafte Lösungen für wichtige gesellschaftliche Herausforderungen. Ziel ist ein stärkeres Bewusstsein für Telepflege in der Öffentlichkeit zu schaffen.

 

Kontakt FH Kärnten:

DI Daniela Krainer, BSc
Primoschgasse 10
9020 Klagenfurt am Wörthersee

T: +43 (0)590500-3225
d.krainer@fh-kaernten.at