Verleihung der Fellowships beim Symposium der Marshallplan-Jubiläumsstiftung

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Feierliche Verleihung der Fellowships durch W. Petritsch und die US-amerikanische Botschafterin in Österreich H.E. Alexa Wesner.
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Marshallplanmeeting an der Louisiana State University in Baton Rouge vor dem Universitätsmaskottchen „Mike the Tiger“ (v.l.n.r.: Lukas Oswald, Tejomajee Paladugu, Thomas Winkler und Betreuer Gernot Paulus
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Verleihung der Marshallplanstipendien in Wien (v.r.n.l).: Andrew Loerch (University of New Mexico), Garland McNew (San Diego State University), Lukas Oswald (FH Kärnten) & Gernot Paulus (Prof. für Geoinformation und internationaler Koordinator am Studiengang Geoinformation und Umwelttechnologien)
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Beim Symposium der Marshallplan-Jubiläumsstiftung in Wien stand die die Frage nach der Zerbrechlichkeit der Demokratie Europas im Mittelpunkt. Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Verleihung der diesjährigen Marshallplan Fellowships an Studierende von renommierten Universitäten in den USA und Österreich.

„Die Marshallplan-Jubiläumsstiftung unterstützt den akademischen Wissenstransfer zwischen Österreich und den USA mit rund einer Million Euro pro Jahr“, sagte Dr. Wolfgang Petritsch, Präsident der Marshallplan-Jubiläumsstiftung, beim Symposium. Sie finanziert und vergibt jährlich rund 110 Fellowships sowie drei Stiftungsprofessuren. Einer dieser Fellows der Marshallplan-Jubiläumsstiftung war Dr. Vedran Dzihic, mittlerweile Senior Researcher am Österreichischen Institut für internationale Politik (oiip). Der renommierte Südosteuropa-Experte hielt beim gestrigen Symposium der Marshallplan-Jubiläumsstiftung im Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen seine kritische Keynote.

Demokratie als „loosing game“?

Dzihic reflektierte, dass die Themen Finanz- und Flüchtlingskrise, Grexit und Brexit oder Terrorismus die Zerbrechlichkeit der Demokratie in Europa zeigen. Vor allem in den letzten zwanzig Jahren habe sich die Definition von Demokratie stark verändert: „Heute kann nicht mehr nur zwischen Demokratie und Autokratie unterschieden werden. Zwischen diesen beiden Konzepten hat sich eine neue Grauzone an Regierungsmodellen gebildet.“ Widersprüchliche Trends würden ein Bild von einem eher geteilten Europa porträtieren, wo die Demokratie durch illiberale Tendenzen in Frage gestellt wird. Vor allem in einigen Ländern in Ost- und Südosteuropa wären heute Illiberalismus und Nationalismus en vogue. Dzihic sprach über Chancen und Lösungswege für eine europäische Demokratie. Der Begriff Demokratie müsse neugedacht und mit neuen Bedeutungen gefüllt werden.
Auf den Vortrag von Dzihic folgte ein spannender Austausch zwischen dem Südosteuropa-Experten, Petritsch und Prof. Shalini Randeria, Rektorin des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen.

Überreichung der Marshallplan Fellowships

Den feierlichen Abschluss der Veranstaltung bildete die Verleihung der Fellowships durch Petritsch und die US-amerikanische Botschafterin in Österreich H.E. Alexa Wesner. In der Geschichte der Marshallplan-Jubiläumsstiftung wurden bis dato insgesamt 513 Marshallplan Scholarships, 81 Berkeley Program Fellowships, 16 Professorships in New Orleans sowie zwölf Johns Hopkins Fellowships vergeben.

Auch 2016 war der Studiengang Geoinformation und Umwelttechnologien höchst erfolgreich bei der Verleihung von Forschungsstipendien durch die Marshallplan-Jubiläumsstiftung. Insgesamt wurden an unsere Studierenden acht Stipendien mit einer Gesamtsumme von 44.000 Euro verliehen, wobei zwei Stipendien an amerikanische Masterstudierende vergeben wurden.

Garland McNew von der San Diego State University und Andrew Loerch von der University of New Mexiko in Albuquerque arbeiten im heurigen Sommer auf Einladung der Studiengangs an der FH Kärnten an gemeinsamen Forschungsthemen im Bereich „Räumliche Entscheidungsunterstützungssysteme“ und „Unbemannte Flugdrohnen“.

Unsere Studierenden aus dem Bachelorprogramm „Geoinformation und Umwelttechnologien“ und dem internationalen Masterprogramm „Spatial Information Managemet“ forschen bei unseren langjährigen akademischen Partnerinstitutionen in Louisana, Texas und Florida. Lukas Oswald, Tejoo Paladugu und Thomas Winkler  sind am Department of Geography and Anthropology der Louisana State University, Franziska Hübl am Fort Lauderdale Research and Education Center (FLREC) der University of Florida sowie Roberto Beth und Jakob Iglhaut am Department of Geography der Texas A&M University in College Station.

Wir gratulieren herzlich zu diesem tollen Erfolg.

Transatlantisches Netzwerk

Mit diesem Wissenstransfer setzt die Marshallplan-Jubiläumsstiftung die lange Tradition transatlantischer Beziehungen fort. Im Vordergrund steht das Bemühen, die Interaktion von Wissenschaftlern auf beiden Seiten des Atlantiks zu unterstützen und zu intensivieren. Der Wissenstransfer basiere laut Petritsch auf den ursprünglichen Anliegen des Marshallplans: Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft und Ausbau der transatlantischen Beziehungen. Die Marshallplan-Jubiläumsstiftung ist eingebettet in ein Netzwerk unterschiedlicher Akteure in beiden Ländern und pflegt mit diesen ein kooperatives Verhältnis. „Indem wir aktiv eine Führungsrolle im amerikanisch-österreichischen Wissenstransfer auch öffentlich sichtbar wahrnehmen, erinnern wir an die großen historischen Erfolge der amerikanisch-österreichischen Freundschaft“, sagte Petritsch abschließend.

Über die Marshallplan-Jubiläumsstiftung:
Die österreichische Marshallplan-Jubiläumsstiftung (Austrian Marshall Plan Foundation) fördert den wissenschaftlichen Austausch von Studierenden und Forschenden aus Österreich und den USA mit dem Ziel, Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu vertiefen sowie wissenschaftliche Zusammenarbeit zu fördern. Jährlich werden Stipendien an österreichische Studierende mit exzellenter Studienleistung für Forschungsaufenthalte in den USA vergeben.
Der Marshallplan (European Recovery Program) war ein Wirtschaftswiederaufbauprogramm der USA, das nach dem Zweiten Weltkrieg Westeuropa mit Krediten, Rohstoffen, Lebensmitteln und Waren versorgte.