Ausgezeichnete Unternehmenspraxis: Richtige Bewertung tiefer, akustischer Frequenzen erhöht Wohlbefinden

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Engineering & IT

Der TÜV AUSTRIA vergibt seit 4 Jahren den TÜV AUSTRIA Wissenschaftspreis in den Kategorien „HTL-Abschlussarbeiten“, „technisch-naturwissenschaftliche Diplomarbeiten und Dissertationen“ und „Unternehmenspraxis“ sowie das TÜV AUSTRIA Wissenschaftsstipendium. Heuer ging die Auszeichnung in der Kategorie „Unternehmenspraxis“ an Hon. Prof. Dipl.-Ing. Werner Schwab und Bionik Absolvent Max Weichert, MSc.

Schwab und Weichert arbeiten seit einiger Zeit am Projekt „Schallpegelmesser mit automatischen adaptiven Bewertungsfilter“ und wurden am 28. Oktober im Kuppelsaal der TU Wien für das erfolgreiche Engagement auf diesem Gebiet ausgezeichnet.

 Tiefe Frequenzen und falsche Bewertung:

Tiefe Frequenzen umfassen den Bereich am unteren Ende des menschlichen Hörbereichs und werden auch darunter über z.B. durch die Eigenfrequenzen der Organe des Menschen weiter wahrgenommen (Infraschall). Diese Frequenzen entstehen beispielsweise bei einem Erdbeben aber auch bei Maschinen des Alltags, z.B. Ventilatoren oder Autos.

Das menschliche Ohr ist nicht in der Lage linear zu hören und um die verschiedenen Lautstärken messtechnisch zu objektivieren, hat man drei Bewertungskurven abhängig von der Lautstärke eingeführt; aber die Normung sieht unabhängig von der Lautstärke die Bewertungskurve A (niedrige Lautstärke) vor. Daher kommt es bei höheren Lautstärken zu einer falschen Bewertung der tiefen Frequenzen im Hörbereich und der Infraschall wird derzeit überhaupt nicht erfasst. Aber gerade dieser Bereich der Schwingungen hat Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden bis hin zu gesundheitlichen Konsequenzen. „Gerade der Gesundheitsfaktor war auch die Initiative zu diesem Projekt“, so Schwab über die Hintergrundmotive. „Mit der Einbeziehung aller Bewertungskurven und des Infraschalls werden sich zwar künftig die Zulassung von Geräten erschweren und  die Kosten für die Industrie erhöhen, aber die Gesundheit der vom Lärm geplagten Personen wird sich wieder erholen!“, mutmaßt Weichert über die Auswirkungen der Projektergebnisse.

 Max Weichert, MSc ist Absolvent des FH-Masterstudienganges "Bionik / Biomimetics in Energy Systems" der FH Kärnten. Beteiligt am Projekt ist auch der Studiengang „Geoinformation und Umwelttechnologien“, der wertvolle Unterstützung für die Entwicklung von Datenmodellen, Datenanalysen und der Datenintegration der allgemeinen Messdaten der Schallmessungen liefert.

 Kärnten ist in diesem Jahr unter den PreisträgerInnen stark vertreten: sowohl in der Kategorie „technisch-naturwissenschaftliche Diplomarbeiten und Dissertationen“ (Katrin Lepuschitz, MSc: Demolition Waste – an Analysis of Composition and Financial Value) als auch in der Kategorie „HTL-Abschlussarbeiten“ (HTL Mössingerstrasse: OcuCraft) gingen die Auszeichnungen ins südliche Bundesland.

 Videos der PreisträgerInnen: www.tuv.at

 Kontakt:

Hon. Prof. Dipl.-Ing. Werner Schwab
Nebenberuflicher Lektor
E: w.schwabfh-kaerntenat