demenz.bewegt.leben

Demenzielle Erkrankungen stellen aktuell und zukünftig eine große Herausforderung dar: Die Zunahme an Menschen mit Demenz, die Entwicklung von qualitätsvollen Präventions- und Behandlungsangeboten sowie die Finanzierung der Versorgung der Betroffenen sind gesundheits- und gesellschaftspolitisch relevante Themen. Studierende der Studiengänge Gesundheits- und Pflegemanagement leisten hier mit der Bewegungskampagne „Demenz.Bewegt.Leben“ wichtige Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit.

Stimmen der Studierenden zum Projekt

Feldkirchen i.K. – Die Studiengänge Gesundheits- und Pflegemanagement der Fachhochschule Kärnten haben sich einer anwendungsorientierten, praxisnahen Ausbildung verschrieben. Ganz in diesem Sinne entwickelten drittsemestrige Bachelorstudierende im laufenden Wintersemester eine Kampagne, die auf die Bedeutsamkeit von Bewegung für Menschen mit Demenz hinweist. Im Zuge der Lehrveranstaltung „Anwendungsprojekt Gesundheitsförderung“ widmeten sich die Studierenden unter Leitung von Fachhochschulprofessorin Eva Mir dem Themenkomplex Bewegungsförderung und Demenz.

Ausgangspunkt war die wissenschaftlich belegte Tatsache, dass sich ein bewegtes Leben förderlich auf die Erkrankung Demenz auswirkt. „Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass Bewegung bei Menschen mit Demenz nicht nur körperliche Aspekte wie etwa Bewegungsfähigkeit, Muskelkraft, Gleichgewicht oder Stabilität beim Stehen fördert, sondern sich auch positiv auf kognitive Fähigkeiten auswirkt,“ erklärt Eva Mir. Dadurch kann das Fortschreiten demenzieller Erkrankungen mittels Bewegung verlangsamt werden. Diese Argumente gilt es aber an Betroffene, Angehörige und Personen des Gesundheitswesens zu vermitteln. Genau an dieser Stelle setzt die Kampagne „Demenz.Bewegt.Leben“ an.

Die Studierenden erstellten zahlreiche Aufklärungs- und Sensibilisierungsmaterialien: Ein Plakat und Postkarten, die unterschiedliche Bewegungsarten darstellen, ein Informationsblatt für Angehörige zum Thema Bewegungsförderung bei Menschen mit Demenz sowie ein Video, das auch einen Beitrag zur Entstigmatisierung der Betroffenen leisten soll, sind das Ergebnis der engagierten und kreativen Arbeit. „Das Projekt hat bei mir großes Interesse für das Thema Bewegungsförderung bei Demenz geweckt. Als angehende Gesundheits- und Pflegemanagerin sehe ich es zukünftig als bedeutsame Aufgabe, sich in diesem Bereich zu engagieren und weitere gesundheitsförderliche Initiativen zu starten,“ meint Marina Hedenik in Vertretung für das studentische EntwicklerInnen-Team.

Ganz in diesem Sinne werden in den nächsten Jahren weitere ambitionierte Projekte der Gesundheitsförderung aus studentischer Hand folgen. So liefern die Studiengänge Gesundheits- und Pflegemanagement der FH Kärnten bedeutsame Impulse für die Gesundheitsförderung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen und bieten den Studierenden die Gelegenheit, erste praktische Erfahrungen in der Gesundheitskommunikation zu sammeln.

Rückfragen:
FH-Professorin Priv.-Doz.in Mag.a Dr.in Eva MIR
Professur für Angewandte Sozialwissenschaften
Studiengänge Gesundheits- und Pflegemanagement

+43 5 90500 4126
e.mirfh-kaerntenat
www.fh-kaernten.at
www.facebook.com/GesundheitPflege

Die Teilprojekte von demenz.bewegt.leben

Den Nutzen von Bewegung bei Demenz sehen

Mit visuellen Mitteln verdeutlichen, warum sich Bewegung bei Demenzerkrankungen förderlich auswirkt.

Nadine Breunig, Marissa Herrenhof, Cornelia Jank, Ema Mijic, Carina Frey
Fachhochschule Kärnten, Bachelorstudiengang Gesundheits- und Pflegemanagement, 3. Semester Vollzeit
Kontakt: Cornelia.Jankedu.fh-kaernten.acat

Einleitung

Wie im ersten österreichischen Demenzbericht beschrieben, nehmen Demenzerkrankungen aufgrund des steigenden Anteils der älteren Bevölkerung zu (Gleichweit & Rossa, 2009). Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten werden daher vielfach diskutiert. Ein Ansatz ist hier die Bewegungsförderung: Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die förderliche Wirkung von Bewegung bei Demenzerkrankungen, wie etwa die Verbesserung kognitiver sowie motorischer Fähigkeiten (Forbes et al., 2013; Thurm et al., 2011).

Um Betroffene und Angehörige auf den Nutzen von Bewegung aufmerksam zu machen, muss in entsprechende Aufklärungsarbeit investiert werden. Ein möglicher Ansatz ist die Arbeit mit Postkarten und Plakaten, die auf bildliche Kommunikation setzen. So können viele Menschen, unabhängig von deren Lese- und Schreibkompetenzen, erreicht werden (Peregrin, 2010).

Vorgehen

Ausgangspunkt bildete eine umfassende Recherche zu wissenschaftlich untersuchten und als förderlich belegten Bewegungsarten bei Demenzerkrankungen. Aufgrund der guten bildlichen Darstellbarkeit und leichten Durchführbarkeit erfolgte eine Einschränkung auf folgende sechs Bewegungsarten: Tanzen, Spazieren, Gartenarbeit, Dehnen, Yoga und Radfahren. Im nächsten Schritt wurden je zwei Bilder pro Bewegungsart ausgewählt. Diese wurden zu einem Plakat zusammengeführt und Postkarten wurden kreiert.

Ergebnisse

Es entstand ein Plakat in A1-Format sowie 12 Postkarten. Das Plakat beinhaltet alle zuvor recherchierten Bewegungsarten übersetzt in jeweils zwei Bilder, wobei jedes Bild als Puzzlestück dargestellt ist. Diese Teile ergeben im Gesamtbild ein vollständiges Puzzle. Auf dem Plakat ist außerdem das Logo der Bewegungskampagne: „Demenz.Bewegt.Leben.“ und der FH Kärnten integriert. Zusätzlich entstanden 12 Postkarten, die je ein Bild und einen dazu passenden Spruch zur Bewegungsmotivation beinhalten. Sowohl Plakat als auch Postkarten wurden, gestützt auf wissenschaftlich fundierte Empfehlungen (Houts et al., 2006), im Design so schlicht und einfach wie möglich gestaltet, um Verwirrungen zu vermeiden und das Verstehen der Kernbotschaften zu fördern.

Schlussfolgerungen

Bilder werden innerhalb der Gesundheitskommunikation häufig eingesetzt, da sie, auch in Kombination mit Geschriebenem, gut in Erinnerung bleiben. Die Verwendung von Bildern, die ältere Menschen bei der Durchführung verschiedener Aktivitäten zeigen, ist daher eine leicht verständliche Art der Übermittlung. Mit den vorliegenden Materialien wird eine positive, ressourcenorientierte Sichtweise auf Demenzerkrankungen unterstützt; dazu wird eine Vielzahl an Bewegungsmöglichkeiten aufgezeigt, ohne viele Worte zu benötigen.

Die Ergebnisse zur Ansicht

Gut informiert zu Bewegung bei Demenz

Entwicklung eines Informationsfaltblattes für Angehörige

 Anna Griesser, Samanta Kumb, Leonie Peißl, Julia Trost, Petra Zwerger
Fachhochschule Kärnten, Bachelorstudiengang Gesundheits- und Pflegemanagement, 3. Semester Vollzeit
Kontakt: Anna.Griesseredu.fh-kaernten.acat

Einleitung

Motorische Fähigkeiten nehmen bei Demenzerkrankungen im Vergleich zu kognitiven Fähigkeiten erst verhältnismäßig spät ab (Gatterer & Croy, 2005), daher ist Bewegungsförderung ein wichtiger Ansatz in der Betreuung und Behandlung von Menschen mit Demenz. Dass sich körperliche Aktivität auf Demenzerkrankungen förderlich auswirkt, konnten bereits zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen (Forbes et al., 2013). Die Bewegungskampagne „Demenz.Bewegt.Leben“ greift diese Thematik auf. Unter anderem wurde ein Faltblatt mit Informationen zur Bewegungsförderung, speziell für Angehörige von Menschen mit Demenz, entwickelt.

Vorgehen

Zu Beginn wurde eine Recherche an der FH Bibliothek sowie in gängigen wissenschaftlichen Datenbanken (EBSCOhost, ScienceDirect, Cochrane Library, PubMed) unternommen. Ziel war es, Informationen über Bewegungsförderung bei Menschen mit Demenz sowie über die Erstellung von Informationsmaterialien im Gesundheitsbereich zu sammeln. Dies bildete die Basis für die inhaltliche und formale Gestaltung des Informationsfaltblattes. Bei der Entwicklung fanden in der Literatur beschriebene Kriterien für „gute“ Gesundheitskommunikation Anwendung (z.B. Kaicker et al., 2010).

Ergebnisse

Das Faltblatt enthält evidenzbasierte Informationen zur Bedeutsamkeit von Bewegungsförderung bei Demenz (Forbes et al., 2013) sowie Empfehlungen für Angehörige, um die Betroffenen bei Bewegung zur unterstützen (Bonner, 2005; Buijssen, 2005). Abgerundet wird dies durch Meinungen von Expertinnen und Experten zum Thema.

Schlussfolgerungen

Mit dem Informationsfaltblatt liegt eine einfache und verständliche Erstinformation zur Bewegungsförderung für Menschen mit Demenz vor, die in erster Linie Angehörige ansprechen soll. ExpertInnenmeinungen unterstreichen die evidenzbasierten Inhalte und stellen regionale Bezüge her. Das Informationsfaltblatt soll in weiterer Folge sowohl online als auch in gedruckter Form disseminiert werden.

>> Infofaltblatt zum Download

Den Nutzen von Bewegung bei Demenz sehen

Bewegte Bilder für ein bewegtes Leben mit Demenz

Melissa Gruber, Marina Hedenik, Anna- Theresa Mark, Peter Mautz, Marina Pesserer
Fachhochschule Kärnten, Bachelorstudiengang Gesundheits- und Pflegemanagement, 3. Semester Vollzeit
Kontakt: Marina.pessereredu.fh-kaernten.acat

Einleitung

Laut dem ersten österreichischen Demenzbericht liegt die Anzahl der Personen mit Demenz derzeit bei 100.000 Betroffenen; die Zahl wird sich aufgrund des demografischen Wandels bis 2050 beinahe verdreifachen (Gleichweit & Rossa, 2009). Um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen, greift man auf Bewegung zurück, die sich unter anderem förderlich auf die kognitiven Fähigkeiten auswirkt (Reimers et al., 2012). Neben Belastungen, die durch die Krankheitssymptome entstehen, sind Menschen mit Demenz auch Vorurteilen ausgeliefert (Sanden et al., 2013). Um über die Bedeutsamkeit von Bewegung bei Demenzerkrankungen aufzuklären und einen Beitrag zur Entstigmatisierung von Menschen mit Demenz zu liefern, wurde im Rahmen der Bewegungskampagne „Demenz.Bewegt.Leben“ ein Video konzipiert und produziert.

Vorgehen

Im ersten Schritt fand eine umfassende Literaturrecherche in gängigen Datenbanken wie EBSCOhost, ScienceDirect und PubMed zu Schlagworten wie etwa Demenz, Angehörige, Stigmatisierung, Kommunikationskanal Video, Bewegungsförderung bei Demenz statt. Darauf folgten die Ziel- und Zielgruppenformulierung für das Video, die Bestimmung der entsprechenden Szenen, die Festlegung der Videolänge sowie des Videostils. Im Vorgehen wurden zur Orientierung Empfehlungen aus der Literatur herangezogen (Sweetow, 2008). So entstanden ein Drehbuch und ein Storyboard (Garon, 2009), die als Grundlage für die Dreharbeiten und das weitere Bearbeiten der Filmmaterialien dienten.

Ergebnisse

Als Resultat wurde ein Video produziert, das Szenen aus dem Alltag einer Person mit Demenz darstellt. Zu Beginn werden evidenzbasierte, negative Fakten zu Demenzerkrankungen aufgezeigt, wie etwa die Kosten pro Patient mit Demenzerkrankung pro Jahr (Gleichweit & Rossa, 2009). Es folgen Szenen, die negative Stereotype fokussieren, wie zum Beispiel die Verschlechterung der Gedächtnisleistung (Gleichweit & Rossa, 2009). Durch die Darstellung von Bewegung und Beisammensein mit der Familie wandelt sich das anfangs negative Bild Schritt für Schritt zu einer ressourcenorientierten, positiven Darstellung der Demenzerkrankung. Abschließend werden evidenzbasierte positive Fakten zu Bewegung bei Demenz eingeblendet (Reimers et al., 2012).

Schlussfolgerungen

Das Video soll im nächsten Schritt auf diversen Internet- Plattformen und Homepages disseminiert werden, um ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Ob das Video tatsächlich zu einer Entstigmatisierung von Menschen mit Demenz beitragen kann, gilt es mittels Evaluation zu prüfen.