Methoden und Handlungskonzepte der DDS (ILV)

Back
Course numberB3.07290.04.350
Course codeMeth.HaKo
Curriculum2018
Semester of degree program Semester 4
Mode of delivery Presencecourse
SPPW2,0
ECTS credits3,0
Language of instruction German

Die Studierenden
* erkennen die DDS in ihrer multidisziplinären Ausrichtung.
* haben sich ein methodisches Repertoire angeeignet, das sich aus personaler Orientierung und sozialräumlicher/ organisationaler Orientierung zusammensetzt (Bedingungen im Sozialraum/ Strukturen in einer Organisation bzw. einem Unternehmen).
* können erklären, inwiefern diese Methoden geeignet sind, um Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und Chronischen Erkrankungen in Bildung und Arbeit, Kunst und Kultur zu fördern und Marginalisierungsprozesse abzutragen.
* sind in der Lage, die vielfältigen Methoden diversitätssensibel und situationsgerecht einzusetzen.
* kennen Methoden diskursiver und partizipativer Beteiligung und haben diese auch praktisch erprobt (z.B. Open Space).
* verfügen über ein vertieftes Wissen zu den Kerndimensionen der Diversität und verstehen diese in ihrer Intersektionalität.
* haben sich mit dem kontroversen Diskursstand etwa zum Begriff Inklusion vertraut gemacht und können Weiterführungen, wie bspw. den Begriff "verantwortliche Inklusion" (Felder, Schneiders 2016), mit dem man sich an den heterogenen Bedarfen der Personen orientiert, beurteilen.

Bisherige Lehrveranstaltungen laut Studienplan

Die Lehrveranstaltung führt die Methoden, die in den vielfältigen Handlungsfeldern der DDS zum Einsatz kommen, zu einem Set an multidisziplinären Methoden, d.h. einem "Methodenkoffer der DDS", zusammen.

Für die DDS sind Methoden und Handlungskonzepte relevant, die der Autonomie und Entscheidungsfreiheit, dem Empowerment und der Selbstbetroffenenkontrolliertheit verpflichtet sind und Inklusion im Gemeinwesen oder Partizipation in organisationalen/unternehmerischen Strukturen unterstützen. Es stehen somit solche Methoden und Handlungskonzepte im Mittelpunkt, die einerseits Betroffenen Zugang zur Inanspruchnahme von Unterstützungsdiensten eröffnen, die ein selbstbestimmtes Leben im Gemeinwesen ermöglichen (Persönliche Assistenz, Persönliches Budget, Unterstützte Entscheidungsfindung etc.). Diese Vielfalt an Unterstützungsdiensten gilt es allerdings vielerorts erst aufzubauen, so dass sich die professionellen Aktivitäten der DDS andererseits an zentrale Akteure im Gemeinwesen richten (Leistungsanbieter, Sozialplaner etc.), die den Aufbau gemeindenaher Unterstützungsdienste und Wohnformen nach der UN-BRK befördern müssen. 

Die Professionalität der DDS ist einerseits an Bedarfen der Betroffenen und ihren Zugängen zu Unterstützungsmöglichkeiten orientiert (personale Orientierung, Barrierefreiheit auf die konkrete Person bezogen). Andererseits richtet sie sich auf die Bedingungen im Sozialraum (Sozialraumorientierung/-analyse, Barrierefreiheit im Sozialraum), um schrittweise ein "inklusives Gemeinwesen" auf- und tradierte Institutionen abzubauen (De-Institutionalisierung). Weitere Methoden der Sozialen Arbeit (z.B. das Case Management) sind für die DDS von großer Bedeutung.   

Beteiligungsformen und -foren spielen für das Einbeziehen von Betroffenenvertretungen (rund um die Diversitätsdimensionen), der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung, die Bewohner*innenaktivierung eine Rolle. Partizipative Methoden werden exemplarisch diskutiert und erprobt (z.B. World Café, Open Space, Zukunftswerkstatt).

Siehe die Literatur zur Lehrveranstaltung "Selbstbestimmt leben im inklusiven Gemeinwesen" sowie:

Baecker, D. (2005): Kommunikation. Leipzig.

Concannon, L. (2005): Planning for Life. Involving adults with learning disabilities in service planning. Guernsey.

Felder, M.; Schneiders, K. (2016): Inklusion kontrovers. Herausforderungen für die Soziale Arbeit. Schwalbach/Taunus.

Glasl, F. (2004): Konfliktmanagement: Ein Handbuch für Führungskräfte, Berater*innen und Berater. Bern/Wien.

Greving, H.; Schäper, S. (2013): Heilpädagogische Konzepte und Methoden. Orientierungswissen für die Praxis.

Klappenbach, D. (2006): Mediative Kommunikation: mit Rogers, Rosenberg & Co. Konfliktfähig für den Alltag werden. Paderborn.

Lindmeier, Ch. (2004): Biografiearbeit mit geistig behinderten Menschen. Ein Praxisbuch für Einzel- und Gruppenarbeit. Weinheim.

Oboth, M. (2006): Mediation in Gruppen und Teams: Praxis- und Methodenhandbuch; Konfliktklärung in Gruppen, inspiriert durch die gewaltfreie Kommunikation. Paderborn.

Owen, H.; Klostermann, M.; Burkhardt, S. (2011): Open Space Technology: Ein Leitfaden für die Praxis (Systemisches Management). Stuttgart.

Schwarz, G. (1990): Konfliktmanagement. Konflikte erkennen, analysieren, lösen. Wiesbaden.

Share, P. (2005): Applied Social Care: An Introduction for Irish Students. Dublin.

Theunissen, G. (2008): Empowerment und Inklusion behinderter Menschen: Eine Einführung in Heilpädagogik und Soziale Arbeit. Freiburg.

Thomann, Ch.; Schulz von Thun, F. (1988): Klärungshilfe. Handbuch für Therapeuten, Gesprächshelfer und Moderatoren in schwierigen Gesprächen. Reinbek bei Hamburg.

Integrierte Lehrveranstaltung

LV-immanenter Prüfungscharakter