Wahlmodul II - Entwicklung und Gestaltung des Sozialstaates: Soziale Infrastruktur entwickeln - Sozialplanung und Netzwerkarbeit (SE)

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LehrveranstaltungsleiterIn:

FH-Prof. Dr.

 Helmut Richard Arnold

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LV-NummerM3.0607.20.080
LV-KürzelW2EGSISP
Studienplan2017
Studiengangssemester 2. Semester
LehrveranstaltungsmodusPräsenzveranstaltung
Semesterwochenstunden / SWS2,0
ECTS Credits3,0
Unterrichtssprache Deutsch

Die Master-Studierenden begreifen, dass Strukturen sozialer Daseinsvorsorge durch sozialpolitische Entscheidungen bestimmt wurden und demzufolge auch sozialplanerisch umgestaltbar sind.
Mit der Tatsache vor Augen, dass selbst im "reichen Österreich" dem Sozialen Sektor der raue Wind der Ökonomisierung entgegenbläst, können sie das breite Aufgabenfeld sozialer Dienste überschauen. Sie können die verschieden zugeschnittenen Interessenslagen und Handlungsspielräume der beteiligten Akteur_innen beurteilen und respektieren und im Kontext der NGO-NPO-Debatten verorten.
Studierende können Planungsprozesse vom Grundsatz her organisieren und Netzwerkarbeit gestalten. Dabei durchschauen sie auch, wie einerseits Dienstleistungsanbieter innovationsfeindliche Abschottungsstrategien verfolgen, um Sozialmarkt-Claims zu verteidigen, und wo andererseits Sozialorganisationen regionale Innovationsprozesse anstoßen und mittragen.

Abgeschlossenes Bachelorstudium

Wie viele Jugendzentren braucht Klagenfurt? Können mobile Dienste (Streetwork, FIB) mit stationären Einrichtungen unter dem Label "integrierte Hilfen" besser verzahnt werden? Österreich ist unter Raumordnungskriterien weithin ländlich geprägt. Konzepte der Sozialplanung sind jedoch zumeist auf den (groß-)städtischen Raum ausgerichtet, ebenso die Konzepte der Sozialen Arbeit. Im neuen KJHG ist nun mit § 13 ein Auftrag zur Planung aufgenommen, die Beschäftigung mit Konzepten der Sozialplanung macht somit viel Sinn - besonders dann, wenn deren Übertragbarkeit für den ländlichen Raum geprüft wird.
Die Lehrveranstaltung untersucht regionale Soziallandschaften unter der Gestaltungsperspektive: Ist der vorfindbare Bestand bedarfsgerecht, wo sind Änderungen erforderlich? Unter welchen Bedingungen kann die soziale Infrastruktur einen Beitrag zur regionalen Entwicklung leisten?
Dazu werden klassische Ansätze der Sozialplanung vorgestellt, insbesondere:
Verfahren zur Bestandserfassung regionaler Infrastrukturen,
Modelle der Bedarfsplanung mitsamt Betroffenenbeteiligung; interkommunale Vergleiche und best practice,
evidence based practice vs. Handlungsprämissen Sozialer Arbeit,
sozialraumbezogene Ansätze und Strategien zur Vernetzung regionaler Akteur_innen.

Arnold, Helmut (2011). Subsidiarität und Sozialwirtschaft. Organisationen Sozialer Arbeit zwischen Gemeinnützigkeit und Markt. In: Spitzer, Helmut, Höllmüller, Hubert & Hönig, Barbara (Hrsg.), Soziallandschaften. Perspektiven Sozialer Arbeit als Profession und Disziplin. Wiesbaden: Springer VS, 91-110.
Böhmer, Anselm (2015). Konzepte der Sozialplanung. Grundwissen für die Soziale Arbeit. Wiesbaden: Springer VS.
Dimmel, Nikolaus & Schmid, Tom (2016). Soziale Dienste in Österreich. Innsbruck: Studien Verlag.
Herrmann, Franz (2016). Jugendhilfeplanung. In: Schröer, Wolfgang, Struck, Norbert & Wolff, Mechthild (Hrsg.). Handbuch Kinder- und Jugendhilfe (2. Auflage). Weinheim & Basel: Beltz Juventa, 1029-1049.
Hinte, Wolfgang, Litges, Gerd & Groppe, Johannes (2003). Sozialräumliche Finanzierungsmodelle. Qualifizierte Jugendhilfe auch in Zeiten knapper Kassen. Berlin: edition sigma.
Maykus, Stephan & Schone, Reinhold (2010). Handbuch Jugendhilfeplanung. Grundlagen, Anforderungen und Perspektiven (3. Auflage). Wiesbaden: VS Verlag.
Noack, Michael (2015). Kompendium Sozialraumorientierung. Geschichte, theoretische Grundlagen, Methoden und kritische Positionen. Weinheim: Beltz Juventa.
Otto, Hans-Uwe, Polutta, Andreas & Ziegler, Holger (Hrsg.) (2010). What works. Welches Wissen braucht die Soziale Arbeit? Zum Konzept evidenzbasierter Praxis. Opladen & Farmington Hills: Barbara Budrich.

Vortrag, Präsentation von Leittexten, Referate in Gruppenarbeit / Kurzprotokolle

Qualität der Kleingruppen-Inputs (50 %); schriftliche Ausarbeitung (25 %), mündliche Mitarbeit (25 %)