Kommunikation mit herausfordernden KlientInnen Gruppe 1 (UE)

Zurück

LehrveranstaltungsleiterIn:

FH-Prof. Dr.

 Helmut Richard Arnold

image
LV-NummerB3.0520b.60.040
LV-KürzelKomm-HK
Studienplan2014
Studiengangssemester 6. Semester
LehrveranstaltungsmodusPräsenzveranstaltung
Semesterwochenstunden / SWS2,0
ECTS Credits2,0
Unterrichtssprache Deutsch

Die Studierenden haben sich mit dem Verhalten von herausfordernden KlientInnen auseinandergesetzt und verfügen über mögliche Deeskalations- und Interventionsmöglichkeiten.

Die Studierenden erwerben praktische Fähigkeiten zur Gestaltung von Beziehungen und Kommunikationsformen zu Einzel-AdressatInnen ebenso wie im Umgang mit Gruppen. Sie lernen, eigenes Verhalten zu reflektieren und die Stärken und Wirkungen im Auftreten der eigenen Person gut einzuschätzen und authentisch einzusetzen - frei nach Burkhard Müllers Maxime: "Der Sozialarbeiter" ist sein eigenes Werkzeug! Die Praxisbeispiele umfassen die Herstellung und Gestaltung von Arbeitsbündnis, Vereinbarung von Arbeitsschritten und Auftreten in Schlüsselsituationen wie z.B. Erstkontakt beim Hausbesuch (Jugendamt, FIB), Streit im JuZe, Arbeitsverweigerung durch Absentismus, Zugang zu abgeschlossenen Milieus, Interaktionen in Settings der "letzten Chance", Krisenberatung nach Schicksalsschlägen ...

Keine Daten verfügbar

Im Rahmen dieser Lehrveranstaltung werden Modelle von herausforderndem Verhalten bei KlientInnen und die möglichen Reaktionsweisen der Profession bearbeitet. Dämonisierungsdynamiken werden behandelt und vorbeugende Interventionskonzepte angeeignet.

Für nahezu alle Handlungsfelder Sozialer Arbeit ist charakteristisch und normal, dass einzelne KlientInnen die Aufmerksamkeit und Arbeitskapazität der ProfessionistInnen stark beanspruchen: In der Jugendhilfe sind manche Kinder besonders zuwendungsbedürftig; im Streetwork und in der pädagogischen Gruppenarbeit wie etwa im Anti-Gewaltkurs eskalieren die Handlungssituationen, vorangetrieben durch exponierte Initiatoren; die JobCenter klagen, dass eine enorme Betreuungskapazität für einen nur geringen Prozentsatz von Erwerbslosen in der Beratung aufgewendet werden muss usw. Kurz: Herausfordernde Klient/innen fordern ihre soziale Umgebung und damit eingeschlossen auch die sie Beratenden, Betreuenden und Erziehenden in besonderer Weise heraus.

Benien, Karl (2004). Schwierige Gespräche führen. Modelle für Beratungs-, Kritik- und Konfliktgespräche im Berufsalltag (2. Auflage). Reinbek bei Hamburg: Rowohlt-Taschenbuch-Verlag.Lenz, Karl & Nestmann, Frank (Hrsg.) (2009). Handbuch Persönliche Beziehungen. Weinheim: Juventa.Schmitz, Lilo (2009). Lösungsorientierte Gesprächsführung. Übungen und Bausteine für Hochschule, Ausbildung & kollegiale Lerngruppen. Dortmund: Borgmann.Schulz von Thun, Friedemann (2007). Miteinander reden - Fragen und Antworten. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.Stecklina, Gerd (2012). Körperkontakte bei Heranwachsenden. In: Schmidt, Renate-Berenike & Schetsche, Michael (Hrsg.). Körperkontakt. Interdisziplinäre Erkundungen. Gießen: Psychosozial-Verlag, S. 125-140.

Bamberger, Günter G.: Lösungsorientierte Beratung. Weinheim ³2005 Böhringer, D./Karl, U./Müller, H./Schröer, W./Wolff, St: Den Fall bearbeitbar halten. Gespräche in Jobcentern mit jungen Menschen. Leverkusen 2012 Fengler, J.: Helfen macht müde. Zur Analyse und Bewältigung von Burnout und beruflicher Deformation. München 2001 Frances, A.: NORMAL. Gegen die Inflation psychiatrischer Diagnosen. Köln 2013 Gahleitner, S. B.: Soziale Arbeit als Beziehungsprofession. Bindung, Beziehung und Einbettung professionell ermöglichen. Weinheim 2017 Gieseke, W./Nittel, D. (Hrsg.): Handbuch Pädagogische Beratung über die Lebensspanne. Weinheim 2016 Goffman, E.: Stigma. Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität. Frankfurt a. Main 1975 (1963) Griesehop, H. R./Rätz, R./Völter, B.: Biografische Einzelfallhilfe. Methoden und Arbeitstechniken. Weinheim 2012 Gröning, K.: Pädagogische Beratung. Wiesbaden 2006 Lütz, M.: Irre - Wir behandeln die Falschen. München 2011 Molcho, S.: Körpersprache. München 2003 Müller, B./Schwabe, M.: Pädagogik mit schwierigen Jugendlichen. Ethnografische Erkundungen zur Einführung in die Hilfen zur Erziehung. Weinheim und München 2009 Puck, P.: Immer Ärger mit Rudi. Köln 2005 Richter, M.: Die Sichtbarmachung des Familialen. Gesprächspraktiken in der Sozialpädagogischen Familienhilfe. Weinheim 2013 Sickendiek, U./Engel, F./Nestmann, F.: Beratung. Eine Einführung in sozialpädagogische und psychosoziale Beratungsansätze. Weinheim 1999 Watzlawick, P.: Anleitung zum Unglücklichsein. München 2003 Wolf, K.: Sozialpädagogische Intervention in Familien. Weinheim 2015

Übung

In der Übung werden Kommunikations- und Interaktionsformen im Umgang mit herausfordernden Klient/innen anhand von Rollenspielen praktisch eingeübt und kollegial reflektiert. Als Vorlage dienen zudem treffsicher ausgewählte Schlüsselsituationen aus Spiel- und Dokumentarfilmen, die Handlungssituationen Sozialer Arbeit beleuchten.

LV-immanenter Prüfungscharakter und LV-abschließende Prüfung

Plausibilität und Auftritt bei Rollenspielen; Qualität der Reflexion & des kollegialen Feedbacks