Recht der DDS im Alter (SE)

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LehrveranstaltungsleiterIn:

Mag.

 Gerit Smole-Nageler
LV-NummerB3.07290.01.250
LV-KürzelRechtDDS
Studienplan2013
Studiengangssemester 4. Semester
LehrveranstaltungsmodusPräsenzveranstaltung
Semesterwochenstunden / SWS2,0
ECTS Credits3,0
Unterrichtssprache Deutsch

Gesellschaftliche Normalität und die Sichtweise auf Diversität & Behinderung prägen das Rechtsgefüge und den Umgang mit denjenigen, die von der Norm abweichen. Ob ein Tatbestand der Behinderung oder Beeinträchtigung, aber auch Besonderheit hinsichtlich der Herkunft, der Hautfarbe, der soziokulturell erworbenen Sitten und Umgangsweisen, des Sprachvermögens - kurz: ob Diversität eher als Bedrohung oder als Schatz/Bereicherung in der Mehrheitsgesellschaft wahrgenommen wird, zeigt sich nicht zuletzt in der rechtlichen Stellung und sozialpolitischen Absicherung der Subjekte. Denn allgemeine Rechte und insbesondere individuelle Rechtsansprüche verwehren oder sichern die gesellschaftliche Stellung und Teilhabe.

Die Studentin bzw. der Student hat Kenntnisse über die Struktur der Rechtsordnung erworben und kann die Prinzipien der Antidiskriminierung und Gleichbehandlung ausgehend von den Menschenrechten herleiten. Der Prozess der Entstehung und Änderung von Gesetzen ist bekannt, und die Absolventinnen und Absolventen kennen die Mechanismen (direkte, indirekte Demokratie, Lobbying) zur Einwirkung auf Entscheidungsprozesse und -träger.

Die Studierenden sind mit den Aufgaben der Sachwalterschaft vertraut und können diese Kompetenzen auf Personen mit körperlichen Einschränkungen übertragen. Dazu gehören insbesondere Kenntnisse über die Vermögenssorge und Personensorge.

Die Studierenden kennen sämtliche Normen und Vorschriften, die es Menschen mit Behinderung und spezifischen Lebenserschwernissen ermöglichen, an der Gesellschaft in gleicher Weise wie nicht behinderte Menschen teilzuhaben und ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen.

Darauf bezogen kennen sie die Regelungen des Arbeitsrechtes, des Medizinrechtes, des Schulrechtes, der Steuergesetze, der Pflegegeldrichtlinien, der Mindestsicherung, der Unterbringungsregelungen usf. Darüber hinaus können sie ihre Klientinnen und Klienten unterstützen, diese Unterstützungs- und Ausgleichsleistungen auch abzurufen. Die Absolventinnen und Absolventen ver-fügen über vertiefte Kenntnisse der Verwaltungsverfahren. Antragstellung und Berufung werden ebenso beherrscht wie die Bescheiderstellung auf der anderen Seite.

Im Sinne des Empowerments können die Absolventinnen und Absolventen ihre Klientinnen und Klienten in immer wiederkehrenden Fragestellungen informieren und beraten, aber auch anwaltschaftlich zur Seite stehen ("Advocacing") bis hin zur Förderung von "Self-Advocacy". Problemsituationen (wie freiheitsent-ziehende Maßnahmen, sexueller Missbrauch, medizinische Heilbehandlung usw.) werden in Falllösungsseminaren trainiert. In der Rechtsanwendung sind die Absolventinnen und Absolventen so sicher, dass rechtliche Fragestellungen selbst gelöst werden können. Um dieses umfassende "Advocacing" unabhängig ausüben zu können, wissen die Absolventinnen und Absolventen, wie die Wege in die Selbständigkeit funktionieren; sie können Unternehmen gründen und führen.

Das Verwaltungsverfahren bezogen auf Unterstützungsleistungen (Zuständigkeiten, Parteien, Antrag, Bescheid, Berufung, andere Rechtsmittel), Pflegegeld, Mindestsicherung, Behindertengesetze, Sozialgerichtliches Verfahren, Verfahrenshilfe, Finanzierung Barrierefreiheit, Familienlastenausgleich, Steuern, Gebühren, Abgaben, Beiträge, Heilbehelfe, Heilmittel, Pension. Fragen der Patientenverfügung und Sterbehilfe-Begleitung.

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