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Ausschusstreffen Krankenversicherung zum Thema Marktkonzentration

Als Leiter des Ausschusses Krankenversicherung der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie (DGGÖ) organisierte Prof. Dr. Florian Buchner MPH von der FH Kärnten / Studienbereich Gesundheit und Soziales zusammen mit seinem Kollegen Prof. Dr. York Zöllner Ende November an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, die zu den drei größten Fachhochschulen Deutschlands zählt , ein Ausschusstreffen zum Thema „Marktkonzentration im Bereich der Krankenversicherung“.

Freie Krankenkassenwahl in Deutschland

In Deutschland gibt es zwar wie in Österreich eine Versicherungspflicht, aber anders als in Österreich keine Pflichtversicherung: Jeder gesetzlich Versicherte kann sich seine Krankenkasse in Deutschland frei wählen. Die Krankenkassen stehen im Wettbewerb miteinander – allerdings innerhalb eines solidarischen Wettbewerbsrahmens, der dafür sorgt, dass für den Versicherten die Verhältnisse – abgesehen von der Kassenwahlfreiheit - recht ähnlich zu denen sind, die für Versicherte in Österreich gelten. Seit Einführung der freien Kassenwahl im Jahr 1996 ist die Zahl der Krankenkassen in Deutschland von deutlich über 1000 auf derzeit 124 zurückgegangen, es hat also eine deutliche Marktkonzentration stattgefunden – und im Oktober wurde angekündigt, dass die derzeit zweitgrößte Krankenkasse, die Barmer GEK, durch eine Fusion mit der Deutschen BKK zur größten Krankenasse Deutschlands mit rund 9,8 Millionen Versicherten fusionieren will. Neben der Gesetzlichen Krankenversicherung gibt es in Deutschland für rund 20 Prozent der Bevölkerung die Wahlmöglichkeit sich bei einem Unternehmen der Privaten Krankenversicherung voll zu versichern – und rund 10 Prozent der Bevölkerung entscheiden sich für eine solche Privatversicherung. Die Anzahl der Unternehmen auf dem Markt der Privaten Krankenversicherer ist seit vielen Jahren weitgehend konstant bei knapp 50 Unternehmen. Damit sind die Marktkonzentrationsverhältnisse in den beiden Systemen recht unterschiedlich.

Vorträge aus der Praxis
Auf der Veranstaltung beleuchteten drei renommierte Vortragende aus der Praxis das Thema aus drei unterschiedlichen Perspektiven. Nach einer kurzen Einführung ins Thema durch Prof. Buchner erläuterte Ulrich Dembski, Fachreferent Finanzcontrolling und Risikomanagement beim GKV-Spitzenverband, in einem halbstündigen Vortrag die Thematik aus der Sicht der gesetzlichen Krankenversicherung. Danach schilderte Dr. Anne-Dorothee Köster die Perspektive der privaten Krankenversicherung. Nach einer Pause mit angeregten Gesprächen rundete Eberhard Temme, Direktor der 3. Beschlussabteilung am Bundeskartellamt und zuständig für die gesamte Gesundheitswirtschaft sowie für das Chemie- und Textilgewerbe, die Vorträge mit einem stärker juristisch orientierten Vortrag ab. In der anschließenden lebhaften Diskussion wurden von den rund 25 bis 30 fachkundigen Teilnehmern zahlreiche Fragen gestellt und diskutiert. Am Ende erging die Einladung zum nächsten Ausschuss-Treffen, das im Rahmen der DGGÖ-Jahrestagung in Berlin am 14. März 2016 zum Thema „Wettbewerb der Systeme“ stattfinden wird – und für das schon namhafte Referenten gewonnen werden konnten.


Kontakt:
Prof. Dr. Florian Buchner 
Studienbereich Gesundheit und Soziales 
T: +43 (5) 90500 -4130 
Email: f.buchner(at)fh-kaerntenat

 

 

Florian Buchner

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