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Mitarbeiterdetails

Mitarbeiterdetails

WS 2018
LV-Nummer Lehrveranstaltung Typ SWS ECTS-Credits
B1.02900.10.040 Grundlagen der Gestaltung Gruppe A ILV 2,0 2,0
B1.02900.10.040 Grundlagen der Gestaltung Gruppe B ILV 2,0 2,0
SS 2018
LV-Nummer Lehrveranstaltung Typ SWS ECTS-Credits
B1.02900.40.440 Massiv- und Stahlbau ILV 3,0 3,0
B1.02900.60.550 Tragwerkslehre 2 ILV 2,0 3,0
Titel Autor Jahr
Titel Autor Jahr
Laufzeit Februar/2017 - Dezember/2017
Projektleitung
  • Jasmin Jennefer Kindler
  • Projektmitarbeiter/innen
  • Sonja Elisabeth Hohengasser
  • Forschungsschwerpunkt Architekturtheorie
    Studiengang
  • Architektur
  • Forschungsprogramm internes Projekt
    Förderinstitution/Auftraggeber
  • Fachhochschule Kärnten - Gemeinnützige Privatstiftung
  • Die Architekturvermittlung ist der Brückenschlag zwischen Architektur und Öffentlichkeit. Sie bezeichnet aber weniger eine einmalige Tätigkeit mit vordefiniertem Ergebnis, als Prozesse intensiver Auseinandersetzung, Wahrnehmung, Beurteilung und Partizipation.

    Meine Diplomarbeit experimentierfeld architektur - zwischen feldforschung und vermittlung versteht sich als Grundlagenforschung und persönliche Orientierung im Hinblick auf die Definition und Abgrenzung der Architekturvermittlung, bezüglich ihrer Motive, Potenziale und Anknüpfungspunkte, ihrer Bezugsdisziplinen, in Bezug auf die Rolle der VermittlerInnen, die Zielgruppe, die Vermittlungsmethode und den Kontext der Architekturvermittlung. EINIGE GEDANKEN DER DIPLOMARBEIT FINDEN SICH AM ENDE DIESER PROJEKTBESCHREIBUNG WIEDER.
    Außerdem ist sie und ihre Ergebnisse der Ausgangspunkt für weitere Forschung, die, und deren Erkenntnisse aus Wissensaneignung und Feldforschung, in meiner Dissertation münden sollen.

    FORSCHUNGSZIELE UND AUSBLICK
    Wenn die Architekturvermittlung zum Ziel hat, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene an der Architektur partizipieren, muss sie Raumerfahrungen und Raumaneignung ermöglichen. Dabei kann sie einerseits von der These ausgehen, dass beide Aktionen nicht aufgezwungen oder gelehrt werden können, sondern nur einem eigeninitiativen, forschenden, in manchen Fällen angeregten Prozess (zum Beispiel durch ein bestimmtes Material oder Thema) entspringen können. Andererseits kann sie sich auf die Funktionsweise des Gehirns stützen und davon ausgehen, dass viele, mit positiven Emotionen beladene, sich wiederholende und aufeinander aufbauende Bilder, die sich an die Raumaneignung und die Raumerfahrung erinnern, in langzeitigem Interesse an diesen Prozessen resultieren.

    Dafür benötigt die Architekturvermittlung Erfahrungsräume, die zu deren Aneignung auffordern, ein individuelle, von der Zielgruppe selbstbestimmte Experimentierfelder eröffnen , Orte, die eine bewusste, individuelle, spielerische Auseinandersetzung mit dem Raum herausfordern: eine Spiel- und Lernwerkstatt, eine Architekturschule als Dependance zu den Musik- und Theaterschulen, ein Forschungslabor, eine Architekturwerkstatt, ein Leerstandsatelier, ein Kreativbüro, eine Architekturmanufaktur …. Unabhängig von seiner genauen Bezeichnung, einen beständigen Ort der Architekturvermittlung.

    Erste Schritte in Richtung dieses Ortes sind das Kennenlernen und Besuchen verschiedener Referenzprojekte und Initiativen im In- und Ausland sowie die Stärkung und der Ausbau des Netzwerks (Kärnten, Alpen-Adria-Raum, Schulen und Bildungseinrichtungen, Landesschulrat, Architektur Haus Kärnten, Architektur_Spiel_Raum_Kärnten) nach dem Vorbild von bink – Initiative Baukulturvermittlung, einem Zusammenschluss von österreichischen Vermittlungsinitiativen, Vereinen und Einzelpersonen der Architekturvermittlung. Eine enge Kooperation mit dem Architektur Haus Kärnten und dem Architektur_Spiel_Raum_Kärnten (durch personelle Doppelbesetzungen) besteht bereits.
    Das Erarbeiten eines Jahresprogramms für den Modellversuch eines regelmäßigen Workshopformats und dessen Umsetzung sollen als weiterer Schritt den Bedarf an solchen Angeboten verifizieren und ein „Stammpublikum“ an Kindern und Jugendlichen, die konstant an Workshops und Projekten teilnehmen. Bereits bestehende Einzelbestrebungen und Projekte sollen durch das erarbeitete Programm gebündelt und durch dieses eine gemeinsame Ausrichtung und effizientere Ausnutzung der Ressourcen angestrebt werden.

    RÜCKBLICK MEILENSTEINE 2016
    • Ausgangspunkt: Diplomarbeit „experimentierfeld architektur – zwischen feldforschung und vermittlung“
    = Grundlagenforschung und Positionierung
    • Workshops zur Berufs- und Bildungsorientierung, Kooperation mit der Berufs- und Bildungsorientierung Kärnten
    • Ausstellung 10 Jahre Architektur_Spiel_Raum_Kärnten im Architektur Haus Kärnten in Klagenfurt
    Eröffnung am 06.10.2016; Ausstellungsdauer 06.10.2016 bis 18.11.2016
    • Würdigungspreis des BMWFW
    • Workshop im Rahmen der Ausstellung 10 Jahre Architektur_Spiel_Raum_Kärnten
    • bink Symposium in Venedig: Architekturvermittlung im öffentlichen Raum
    • Vortrag im Rahmen der Ausstellung 10 Jahre Architektur_Spiel_Raum_Kärnten und des bink Netzwerktreffens
    • bink Netzwerktreffen im Architektur Haus Kärnten in Klagenfurt
    • Wahlfach Architekturvermittlung
    • Exkursion in die Kunst- und Architekturschule „bilding“ in Innsbruck
    • Sommerakademie in Gmünd: Erarbeitung Programm und Workshops

    VORAUSSCHAU MEILENSTEINE 2017
    • Sommerakademie Gmünd: Fixierung Programm, Bewerbung, Finanzierung, Vorbereitung
    • Workshops zur Berufs- und Bildungsorientierung
    • Sommerakademie Gmünd: Umsetzung (3 Workshops), Dokumentation
    • LehrerInnenfortbildung „Architektur und Pädagogik“ in der Pädagogischen Hochschule Kärnten
    • Publikation Diplomarbeit (NICHT IN DEN PROJEKTSTUNDEN INKLUDIERT)
    • Netzwerktreffen und Sitzungen: bink und Architektur_Spiel_Raum_Kärnten
    • Netzwerk stärken und ausbauen; Ziel = Vernetzung kärntenweit, Alpen-Adria-Raum; Schulen und Bildungseinrichtungen; Vorbild bink
    • Referenzprojekte, Referenzformate recherchieren und teilweise besichtigen;
    z.B. Montessori Kinderhaus in Spittal, Blue Cube in Klagenfurt, Kindermalschulen in Kärnten, Arkki in Finnland, Bauhausuniversität in Weimar
    • Modellversuch (regelmäßiges Workshopformat in Spittal; vgl. AHK): Format und Programm entwickeln, Bewerbung, Finanzierung
    • Modellversuch (regelmäßiges Workshopformat in Spittal; vgl. AHK): Umsetzung, Evaluierung, ev. Adaptierung, Dokumentation und Nachbearbeitung START: HERBST 2017

    WARUM ARCHITEKTURVERMITTLUNG UND WAS VERBIRGT SICH HINTER DEM BEGRIFF?
    Wenn wir kurz darüber nachdenken, ob es Orte gibt, in denen wir nicht von irgendeiner Form mit der Architektur in Beziehung treten, müssen wir feststellen, dass es solche kaum gibt. Einen Großteil unserer Lebenszeit sind wir von gebauten, künstlichen Räumen umgeben. Künstlich nicht im Sinne von Kunst oder kunstvoll, sondern gleichbedeutend mit von Menschenhand geschaffen. Die Architektur steht in Beziehung zu unserem Lebensraum und Lebensalltag.
    Im Gegensatz zu persönlichen Vorlieben hinsichtlich Kleidung oder Haarmode, können wir uns der Architektur nicht einfach entziehen. Als gebaute Umwelt ist sie allgegenwärtig und zwingend. Wie Berge, Seen und die Landschaft auch, wird die Architektur als bewegungslos, sogar leblos hingenommen. Räume, Außenräume und öffentlicher Raum mehr als Innenräume, wirken statisch und unbeweglich. Die Tatsache, dass wir sie durch unsere Denk- und Handlungsmuster beeinflussen, vernachlässigen wir oder sind uns dessen gar nicht erst bewusst.
    Architektur wird meist in Analogie zu anderen Medien wie Sprache, Text, Bild, Skulptur oder Musik gesehen, obwohl wir sie, und die Räume, die sie durch ihr Tätigwerden schafft, im Vergleich zu diesen nicht alleine durch einzelne Sinne wahrnehmen: wir begeben uns in sie, begreifen und erfassen sie mit dem ganzen Körper. Selbst wenn wir, bildlich gesprochen, die Augen vor ihr verschließen, können wir uns ihr nicht entziehen. Ihre Sprache holt uns immer wieder ein und sie selbst sucht ständig die Kommunikation mit uns.

    Es müsste uns daher allen ein Anliegen sein, die Qualität unseres Lebensumfeldes zu steigern und Architektur entstehen zu lassen, die unser Wohlbefinden, unsere Stimmung und unsere Psyche auf positive Weise beeinflusst und unsere Bedürfnisse erfüllt. Die bewusste Auseinandersetzung mit der Architektur oder auch mit ihren Bezugsdisziplinen (Stadt- oder Landschaftsplanung, Raumordnung, Raumgestaltung, Tragwerksplanung, Materialforschung ...) oder nur einigen ihrer Teilaspekte sind die Grundlage dafür.
    Damit Kinder und Jugendliche als zukünftige Erwachsene auf ein architektonisches Grundwissen bauen und zurückgreifen können, das ihnen hilft ihren Lebensraum zu verstehen und mitzugestalten und an der Architektur zu partizipieren, müssen bewusste, aktive Berührungspunkte mit der Architektur stattfinden. Die Architekturvermittlung kann der notwendige Rahmen – bestehend aus Zeit, Ort, Raum, Material und Ko-Konstrukteur*innen – dafür sein.

    Tatsache ist, dass sich in allen österreichischen Bildungs- und Lehrplänen architekturbezogene Themenbereiche und direkte Nennungen finden lassen. Sowohl in den Bildungsplänen der Kindergärten, die an ihrer Kompetenzorientierung festhalten, als auch in den Lehrplänen der Schulen, die in ihren Reformüberlegungen das ganzheitliche Lernen und das Aneignen von Schlüsselkompetenzen fokussieren, kann die Architekturvermittlung anknüpfen und so beispielgebend für das, sich bereits im Umbruch befindende Bildungssystem in Österreich sein. Die Architektur tritt hier mit der Bildung und Pädagogik in Beziehung, die Architekturvermittlung ist ihr Output.

    ZIELGRUPPE
    Sie fragen sich, wieso Architektur an Kinder und Jugendliche vermitteln, wo sie scheinbar noch lange keine entscheidende Rolle in unseren Planungsaufgaben spielen? - Genau das sollten sie aber tun, denn sie sind genauso wie Erwachsene Nutzer*innen unserer Planungsaufgaben und Räume, die wir durch unsere Architektur schaffen oder werden von ihnen beeinflusst. Kinder und Jugendliche besitzen eine ganz eigene, besondere Weise sich die Welt anzueignen, sind von ihrer Natur her noch neugierig und begeisterungsfähig. Sie haben einen offenen, naiven Blick, der viel mehr wahrzunehmen vermag, als wir ihnen zutrauen. Sie sind in der Lage Raumsituationen direkt zu empfinden, denn sie sind in ihrer Wahrnehmung, in ihrem Dialog mit ihrer Umwelt noch nicht eingeschränkt durch gelernte Wahrheiten. Kinder konsumieren den Raum durch ihr forschendes Spiel umfassender, als es Erwachsene tun, werden dadurch aber auch intensiver von ihm geprägt und beeinflusst. Die Motivation, mit dem Raum zu interagieren ist ein Ziel der Architekturvermittlung und schon von Geburt an angelegt. Die Architekturvermittlung sollte daher dort ansetzen, wo Kinder noch bewusst mit dem Raum interagieren. Hat sie diesen möglichen Ausgangspunkt nicht genutzt, entsteht ein stetig steigender Nachholbedarf.

    PädagogInnen, solche die sich noch in der Ausbildung befinden und jene, die bereits als solche tätig sind, stellen neben den Kindern und Jugendlichen eine wichtige Zielgruppe der Architekturvermittlung dar. Durch ihr Interesse und intensive, sich ausgehend von ganzheitlicher Bildung wiederholende, Erfahrungen mit ihr, können sie als MultiplikatorInnen der Architektur im schulischen Kontext auftreten und durch ihre Fachexpertise gleichzeitig einen wertvollen Beitrag für die Vermittlungsarbeit leisten.

    BESTEHENDE INITIATIVEN
    Bestehende Initiativen in Kärnten, Österreich und darüber hinaus, die sich mit der Vermittlung der Architektur an Kinder und Jugendliche als ihr maßgebliches Gegenüber beschäftigen, gehen kollektiv von der Grundannahme aus, dass die Architektur den Alltag der Menschen in hohem Ausmaß betrifft, diese aber nicht bewusst wahrgenommen wird und daher einer „Vermittlung“ bedarf. Ihr Engagement zeigt sich in partizipativen Planungsprozessen, Ausstellungen, Exkursionen, Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, in Kooperationsprojekten mit Schulen und Bildungseinrichtungen, in universitären und außerschulischen Kontexten, in Form von „Architekturschulen“ als Dependance zu den Musik- und Theaterschulen, in Dialogveranstaltungen, in Publikationen, in Lehrfilmen oder in Symposien, um nur einige Aktivitäten zu nennen.

    • Fachhochschule Kärnten - gemeinnützige Privatstiftung (Lead Partner)
    • Fachhochschule Kärnten - Gemeinnützige Privatstiftung (Fördergeber/Auftraggeber)
    Laufzeit Februar/2017 - Dezember/2017
    Projektleitung
  • Jasmin Jennefer Kindler
  • Projektmitarbeiter/innen
  • Sonja Elisabeth Hohengasser
  • Forschungsschwerpunkt Architekturtheorie
    Studiengang
  • Architektur
  • Forschungsprogramm internes Projekt
    Förderinstitution/Auftraggeber
  • Fachhochschule Kärnten - Gemeinnützige Privatstiftung
  • Die Architekturvermittlung ist der Brückenschlag zwischen Architektur und Öffentlichkeit. Sie bezeichnet aber weniger eine einmalige Tätigkeit mit vordefiniertem Ergebnis, als Prozesse intensiver Auseinandersetzung, Wahrnehmung, Beurteilung und Partizipation.

    Meine Diplomarbeit experimentierfeld architektur - zwischen feldforschung und vermittlung versteht sich als Grundlagenforschung und persönliche Orientierung im Hinblick auf die Definition und Abgrenzung der Architekturvermittlung, bezüglich ihrer Motive, Potenziale und Anknüpfungspunkte, ihrer Bezugsdisziplinen, in Bezug auf die Rolle der VermittlerInnen, die Zielgruppe, die Vermittlungsmethode und den Kontext der Architekturvermittlung. EINIGE GEDANKEN DER DIPLOMARBEIT FINDEN SICH AM ENDE DIESER PROJEKTBESCHREIBUNG WIEDER.
    Außerdem ist sie und ihre Ergebnisse der Ausgangspunkt für weitere Forschung, die, und deren Erkenntnisse aus Wissensaneignung und Feldforschung, in meiner Dissertation münden sollen.

    FORSCHUNGSZIELE UND AUSBLICK
    Wenn die Architekturvermittlung zum Ziel hat, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene an der Architektur partizipieren, muss sie Raumerfahrungen und Raumaneignung ermöglichen. Dabei kann sie einerseits von der These ausgehen, dass beide Aktionen nicht aufgezwungen oder gelehrt werden können, sondern nur einem eigeninitiativen, forschenden, in manchen Fällen angeregten Prozess (zum Beispiel durch ein bestimmtes Material oder Thema) entspringen können. Andererseits kann sie sich auf die Funktionsweise des Gehirns stützen und davon ausgehen, dass viele, mit positiven Emotionen beladene, sich wiederholende und aufeinander aufbauende Bilder, die sich an die Raumaneignung und die Raumerfahrung erinnern, in langzeitigem Interesse an diesen Prozessen resultieren.

    Dafür benötigt die Architekturvermittlung Erfahrungsräume, die zu deren Aneignung auffordern, ein individuelle, von der Zielgruppe selbstbestimmte Experimentierfelder eröffnen , Orte, die eine bewusste, individuelle, spielerische Auseinandersetzung mit dem Raum herausfordern: eine Spiel- und Lernwerkstatt, eine Architekturschule als Dependance zu den Musik- und Theaterschulen, ein Forschungslabor, eine Architekturwerkstatt, ein Leerstandsatelier, ein Kreativbüro, eine Architekturmanufaktur …. Unabhängig von seiner genauen Bezeichnung, einen beständigen Ort der Architekturvermittlung.

    Erste Schritte in Richtung dieses Ortes sind das Kennenlernen und Besuchen verschiedener Referenzprojekte und Initiativen im In- und Ausland sowie die Stärkung und der Ausbau des Netzwerks (Kärnten, Alpen-Adria-Raum, Schulen und Bildungseinrichtungen, Landesschulrat, Architektur Haus Kärnten, Architektur_Spiel_Raum_Kärnten) nach dem Vorbild von bink – Initiative Baukulturvermittlung, einem Zusammenschluss von österreichischen Vermittlungsinitiativen, Vereinen und Einzelpersonen der Architekturvermittlung. Eine enge Kooperation mit dem Architektur Haus Kärnten und dem Architektur_Spiel_Raum_Kärnten (durch personelle Doppelbesetzungen) besteht bereits.
    Das Erarbeiten eines Jahresprogramms für den Modellversuch eines regelmäßigen Workshopformats und dessen Umsetzung sollen als weiterer Schritt den Bedarf an solchen Angeboten verifizieren und ein „Stammpublikum“ an Kindern und Jugendlichen, die konstant an Workshops und Projekten teilnehmen. Bereits bestehende Einzelbestrebungen und Projekte sollen durch das erarbeitete Programm gebündelt und durch dieses eine gemeinsame Ausrichtung und effizientere Ausnutzung der Ressourcen angestrebt werden.

    RÜCKBLICK MEILENSTEINE 2016
    • Ausgangspunkt: Diplomarbeit „experimentierfeld architektur – zwischen feldforschung und vermittlung“
    = Grundlagenforschung und Positionierung
    • Workshops zur Berufs- und Bildungsorientierung, Kooperation mit der Berufs- und Bildungsorientierung Kärnten
    • Ausstellung 10 Jahre Architektur_Spiel_Raum_Kärnten im Architektur Haus Kärnten in Klagenfurt
    Eröffnung am 06.10.2016; Ausstellungsdauer 06.10.2016 bis 18.11.2016
    • Würdigungspreis des BMWFW
    • Workshop im Rahmen der Ausstellung 10 Jahre Architektur_Spiel_Raum_Kärnten
    • bink Symposium in Venedig: Architekturvermittlung im öffentlichen Raum
    • Vortrag im Rahmen der Ausstellung 10 Jahre Architektur_Spiel_Raum_Kärnten und des bink Netzwerktreffens
    • bink Netzwerktreffen im Architektur Haus Kärnten in Klagenfurt
    • Wahlfach Architekturvermittlung
    • Exkursion in die Kunst- und Architekturschule „bilding“ in Innsbruck
    • Sommerakademie in Gmünd: Erarbeitung Programm und Workshops

    VORAUSSCHAU MEILENSTEINE 2017
    • Sommerakademie Gmünd: Fixierung Programm, Bewerbung, Finanzierung, Vorbereitung
    • Workshops zur Berufs- und Bildungsorientierung
    • Sommerakademie Gmünd: Umsetzung (3 Workshops), Dokumentation
    • LehrerInnenfortbildung „Architektur und Pädagogik“ in der Pädagogischen Hochschule Kärnten
    • Publikation Diplomarbeit (NICHT IN DEN PROJEKTSTUNDEN INKLUDIERT)
    • Netzwerktreffen und Sitzungen: bink und Architektur_Spiel_Raum_Kärnten
    • Netzwerk stärken und ausbauen; Ziel = Vernetzung kärntenweit, Alpen-Adria-Raum; Schulen und Bildungseinrichtungen; Vorbild bink
    • Referenzprojekte, Referenzformate recherchieren und teilweise besichtigen;
    z.B. Montessori Kinderhaus in Spittal, Blue Cube in Klagenfurt, Kindermalschulen in Kärnten, Arkki in Finnland, Bauhausuniversität in Weimar
    • Modellversuch (regelmäßiges Workshopformat in Spittal; vgl. AHK): Format und Programm entwickeln, Bewerbung, Finanzierung
    • Modellversuch (regelmäßiges Workshopformat in Spittal; vgl. AHK): Umsetzung, Evaluierung, ev. Adaptierung, Dokumentation und Nachbearbeitung START: HERBST 2017

    WARUM ARCHITEKTURVERMITTLUNG UND WAS VERBIRGT SICH HINTER DEM BEGRIFF?
    Wenn wir kurz darüber nachdenken, ob es Orte gibt, in denen wir nicht von irgendeiner Form mit der Architektur in Beziehung treten, müssen wir feststellen, dass es solche kaum gibt. Einen Großteil unserer Lebenszeit sind wir von gebauten, künstlichen Räumen umgeben. Künstlich nicht im Sinne von Kunst oder kunstvoll, sondern gleichbedeutend mit von Menschenhand geschaffen. Die Architektur steht in Beziehung zu unserem Lebensraum und Lebensalltag.
    Im Gegensatz zu persönlichen Vorlieben hinsichtlich Kleidung oder Haarmode, können wir uns der Architektur nicht einfach entziehen. Als gebaute Umwelt ist sie allgegenwärtig und zwingend. Wie Berge, Seen und die Landschaft auch, wird die Architektur als bewegungslos, sogar leblos hingenommen. Räume, Außenräume und öffentlicher Raum mehr als Innenräume, wirken statisch und unbeweglich. Die Tatsache, dass wir sie durch unsere Denk- und Handlungsmuster beeinflussen, vernachlässigen wir oder sind uns dessen gar nicht erst bewusst.
    Architektur wird meist in Analogie zu anderen Medien wie Sprache, Text, Bild, Skulptur oder Musik gesehen, obwohl wir sie, und die Räume, die sie durch ihr Tätigwerden schafft, im Vergleich zu diesen nicht alleine durch einzelne Sinne wahrnehmen: wir begeben uns in sie, begreifen und erfassen sie mit dem ganzen Körper. Selbst wenn wir, bildlich gesprochen, die Augen vor ihr verschließen, können wir uns ihr nicht entziehen. Ihre Sprache holt uns immer wieder ein und sie selbst sucht ständig die Kommunikation mit uns.

    Es müsste uns daher allen ein Anliegen sein, die Qualität unseres Lebensumfeldes zu steigern und Architektur entstehen zu lassen, die unser Wohlbefinden, unsere Stimmung und unsere Psyche auf positive Weise beeinflusst und unsere Bedürfnisse erfüllt. Die bewusste Auseinandersetzung mit der Architektur oder auch mit ihren Bezugsdisziplinen (Stadt- oder Landschaftsplanung, Raumordnung, Raumgestaltung, Tragwerksplanung, Materialforschung ...) oder nur einigen ihrer Teilaspekte sind die Grundlage dafür.
    Damit Kinder und Jugendliche als zukünftige Erwachsene auf ein architektonisches Grundwissen bauen und zurückgreifen können, das ihnen hilft ihren Lebensraum zu verstehen und mitzugestalten und an der Architektur zu partizipieren, müssen bewusste, aktive Berührungspunkte mit der Architektur stattfinden. Die Architekturvermittlung kann der notwendige Rahmen – bestehend aus Zeit, Ort, Raum, Material und Ko-Konstrukteur*innen – dafür sein.

    Tatsache ist, dass sich in allen österreichischen Bildungs- und Lehrplänen architekturbezogene Themenbereiche und direkte Nennungen finden lassen. Sowohl in den Bildungsplänen der Kindergärten, die an ihrer Kompetenzorientierung festhalten, als auch in den Lehrplänen der Schulen, die in ihren Reformüberlegungen das ganzheitliche Lernen und das Aneignen von Schlüsselkompetenzen fokussieren, kann die Architekturvermittlung anknüpfen und so beispielgebend für das, sich bereits im Umbruch befindende Bildungssystem in Österreich sein. Die Architektur tritt hier mit der Bildung und Pädagogik in Beziehung, die Architekturvermittlung ist ihr Output.

    ZIELGRUPPE
    Sie fragen sich, wieso Architektur an Kinder und Jugendliche vermitteln, wo sie scheinbar noch lange keine entscheidende Rolle in unseren Planungsaufgaben spielen? - Genau das sollten sie aber tun, denn sie sind genauso wie Erwachsene Nutzer*innen unserer Planungsaufgaben und Räume, die wir durch unsere Architektur schaffen oder werden von ihnen beeinflusst. Kinder und Jugendliche besitzen eine ganz eigene, besondere Weise sich die Welt anzueignen, sind von ihrer Natur her noch neugierig und begeisterungsfähig. Sie haben einen offenen, naiven Blick, der viel mehr wahrzunehmen vermag, als wir ihnen zutrauen. Sie sind in der Lage Raumsituationen direkt zu empfinden, denn sie sind in ihrer Wahrnehmung, in ihrem Dialog mit ihrer Umwelt noch nicht eingeschränkt durch gelernte Wahrheiten. Kinder konsumieren den Raum durch ihr forschendes Spiel umfassender, als es Erwachsene tun, werden dadurch aber auch intensiver von ihm geprägt und beeinflusst. Die Motivation, mit dem Raum zu interagieren ist ein Ziel der Architekturvermittlung und schon von Geburt an angelegt. Die Architekturvermittlung sollte daher dort ansetzen, wo Kinder noch bewusst mit dem Raum interagieren. Hat sie diesen möglichen Ausgangspunkt nicht genutzt, entsteht ein stetig steigender Nachholbedarf.

    PädagogInnen, solche die sich noch in der Ausbildung befinden und jene, die bereits als solche tätig sind, stellen neben den Kindern und Jugendlichen eine wichtige Zielgruppe der Architekturvermittlung dar. Durch ihr Interesse und intensive, sich ausgehend von ganzheitlicher Bildung wiederholende, Erfahrungen mit ihr, können sie als MultiplikatorInnen der Architektur im schulischen Kontext auftreten und durch ihre Fachexpertise gleichzeitig einen wertvollen Beitrag für die Vermittlungsarbeit leisten.

    BESTEHENDE INITIATIVEN
    Bestehende Initiativen in Kärnten, Österreich und darüber hinaus, die sich mit der Vermittlung der Architektur an Kinder und Jugendliche als ihr maßgebliches Gegenüber beschäftigen, gehen kollektiv von der Grundannahme aus, dass die Architektur den Alltag der Menschen in hohem Ausmaß betrifft, diese aber nicht bewusst wahrgenommen wird und daher einer „Vermittlung“ bedarf. Ihr Engagement zeigt sich in partizipativen Planungsprozessen, Ausstellungen, Exkursionen, Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, in Kooperationsprojekten mit Schulen und Bildungseinrichtungen, in universitären und außerschulischen Kontexten, in Form von „Architekturschulen“ als Dependance zu den Musik- und Theaterschulen, in Dialogveranstaltungen, in Publikationen, in Lehrfilmen oder in Symposien, um nur einige Aktivitäten zu nennen.

    • Fachhochschule Kärnten - gemeinnützige Privatstiftung (Lead Partner)
    • Fachhochschule Kärnten - Gemeinnützige Privatstiftung (Fördergeber/Auftraggeber)
    Verwenden Sie für externe Referenzen auf das Profil von Jasmin Jennefer Kindler folgenden Link: www.fh-kaernten.at/mitarbeiter/?person=j.kindler
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