GIS-gestützte Hilfe im Alltag eines Lawinenwarndienstes

Nach den letzten schneearmen Wintern und der generellen Furcht vor dem drohenden Klimawandel hat gerade der vergangene Winter gezeigt, dass die kalte Jahreszeit ihren Namen auch gerecht werden kann. Neben den positiven Effekten auf den Tourismus bringen die Schneemassen allerdings auch Probleme mit sich, die sich heuer durch einige teils große Lawinenabgänge gezeigt haben. Die Lawinenwarndienste der jeweiligen Bundesländer stellen hierbei eine wertvolle Institution dar, die sich mit dieser Problematik beschäftigt und täglich Einschätzungen der aktuellen Lawinensituation vornimmt, um Menschen genau vor diesen Naturgefahren zu schützen.

Geoinformationssystem spart wertvolle ArbeitszeitIn einer Kooperation der FH Kärnten, Studienbereich Geoinformation, mit dem Lawinenwarndienst Kärnten wurde im vergangenen Jahr durch Dipl.-Ing.(FH) Andreas Hecke eine Diplomarbeit verfasst, welche sich mit dem Einsatz von Geoinformationssystemen im täglichen Betrieb eines Lawinenwarndienstes befasst. Lawinenprognostiker stehen in ihrem Tätigkeitsbereich vor der Aufgabe, Unmengen verschiedenster Daten zu sammeln und auszuwerten, die zumeist räumliche Informationen beinhalten. Der Einsatz eines Geoinformationssystems, um diese bis jetzt hauptsächlich manuellen Tätigkeiten zu optimieren und zu automatisieren, scheint daher angebracht zu sein und erspart im Echteinsatz wertvolle Arbeitszeit. Konkretes Ziel war die Umsetzung eines Rastermodells, welches die Analyse der täglichen Wetterdaten ermöglicht und in geeigneter Weise visualisiert.

Potentielle Risikozonen rechtzeitig erkennen
Haupteinflüsse für das Modell sind Daten von Wetterstationen des Lawinenwarndienstes Kärnten bzw. der Abteilung 18 (Hydrographie) der Kärntner Landesregierung, und Daten, die aus dem digitalen Höhenmodell der Abteilung 20 (Raumplanung) abgeleitet wurden. Das Modell ermöglicht sowohl eine Einschätzung der aktuellen Wettereinflüsse im Bezug zur Lawinengefahr auf regionaler Ebene, als auch die Möglichkeit, diese regionale Einschätzung mit den Geländedaten zu kombinieren und somit mögliche Gefahrenstellen visualisieren zu können. Der Studienbereich Geoinformation hat sich der Thematik Umweltmonitoring verschrieben und arbeitet an einer Weiterführung dieser Diplomarbeit. Aktuelle Fortschritte und Ergebnisse lassen sich unter http://www.umweltmonitoring.at/ finden.

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