Dem Wild digital auf der Spur
Für Wildtierbeobachtungen entwickelten die Studiengänge „Geoinformation“ und „Systems Engineering“ der FH Kärnten ein GPS-fähiges Halsband gekoppelt mit einem räumlichen Echtzeitinformationssystem im Internet – frei nach dem Motto „dem Wild digital auf der Spur“.Live-Tracking – die Verfolgung - und das Monitoring von sich bewegenden Objekten wie z.B. Yachten, Autos, Personen in Echtzeit ist eine der populärsten Anwendungen der GPS- Technologie und erfordert Know-How hinsichtlich der Datenerfassung (Hardware) und der Darstellung und Analyse der GPS-Daten (Software).
In europaweiten Forschungsprojekten wurden GPS Trackingsysteme schon erfolgreich in der Wildtierbeobachtung wie z.B. von Wölfen, Luchsen oder auch Elchen eingesetzt, jedoch gibt es hier noch breiten Forschungsbedarf bezüglich Gerätekosten und Energieversorgung sowie der Analyse und Darstellung der Positionsdaten.
Ein interdisziplinäres studentisches Entwicklungsteam der Studiengänge Systems Engineering und Geoinformation der FH Kärnten stellte sich nun der herausfordernden Aufgabe, hier ein ganzheitliches Live-Tracking System zu entwickeln. Das Hardwareentwicklungsteam „Systems Engineering umfasste die Studenten Dieter Depypere, Manfred Grundnig, Christoph Pletzer und David Schmidt, die Geoinformatiker, für die Softwareentwicklung zuständig, waren Stefan Kulmesch und Lukas Tauber.
Durch die kontinuierlich erfassten Daten können räumliche Bewegungsmuster wie z.B. Wander- und Revierverhalten oder die Tag/Nachtaktivität von beobachteten Tieren erkannt und analysiert werden.
Im Auftrag der Kärntner Jägerschaft wurde am Studiengang Geoinformation in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Systems Engineering ein GPS-fähiges Halsband entwickelt und ein internetbasiertes räumliches Echtzeitinformationssystem zur Analyse und Visualisierung der gesendeten Live-Bewegungsdaten realisiert.
Doch wie funktioniert die Beobachtung der Wildtiere? Der am Halsband montierte GPS-Empfänger erhält über Satelliten des Global Position Systems (GPS) die aktuelle Position des Tieres. Zusammen mit anderen im Halsband integrierten Sensordaten, wie Temperatur und Helligkeit, wird ein Datenpaket regelmäßig über ein Handymodul an einen zentralen Server gesendet. Damit ist es möglich, die gewonnen Daten quasi live in einer zentralen, räumlichen Datenbank zu speichern, zu analysieren und die Ergebnisse und die aktuelle Position auch kartographisch im Internet darzustellen.
Die benötigten spezifischen Analysefunktionen wurden mit dem Wildtierökologen der Kärntner Jägerschaft, DI Horst Leitner, siehe Interview, erarbeitet. Sie umfassen u.a. die Ermittlung von Straßenquerungen, die zurückgelegte Distanz in einem bestimmten Zeitintervall sowie die Aufenthaltsdauer des Wildes im Wald und waldfreien Zonen.
Ein Pilottest des Systems mit Wildtieren im Gehege Mageregg ist in Planung und soll zukünftig die Arbeit für Wildtierökologen erleichtern.








