Hochschulranking
Rankings von Hochschulen sind ein Instrument der externen Qualitätssicherung im tertiären Bildungssektor, das international kontrovers diskutiert wird. Sie können je Zielgruppe verschiedene Funktionen erfüllen:
- Input für die Organisationsentwicklung der Institution,
- Transparenz für Interessentinnen und Interessenten an einem Hochschulstudium,
- Darstellung der Institution nach außen,
- Informationsbeitrag für eine staatliche Steuerung der Bildungspolitik.
Parallel zur Diskussion um den Umgang mit Rankings erfolgt in der öffentlichen Debatte auch eine wissenschaftliche Auseinandersetzung über die methodischen Grundlagen der einzelnen Verfahren. Je nach Einbezug unterschiedlicher Bewertungskriterien und ihrer jeweiligen Gewichtung wird die Qualität der Hochschule in unterschiedlichen Facetten widergespiegelt. Dabei besteht grundsätzlich die Gefahr, dass die einbezogenen Daten und die methodische Vorgehensweise ein einseitiges und unvollständiges Bild zeichnen.
In Europa wird die Debatte derzeit intensiv geführt. So hat die EUA (European University Association) angekündigt, ab 2011 eine kritische Bewertung der Rankings selbst vorzunehmen und die EU (Europäische Union) fördert derzeit ein Projekt zur Entwicklung eines eigenen globalen Hochschulrankings mit dem Ziel, die Methodik des neuen Instruments transparent und schlüssig zu gestalten und die Unterschiede der einzelnen nationalen Hochschulsysteme zu berücksichtigen (Vgl. Der Standard am 1.2.2010 http://derstandard.at/1263706458525/Hochschul-Dachverband-hinterfragt-Uni-Rankings und Die Presse am 3.2.2010 http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/537195/index.do).
Auf internationaler Ebene wurden Qualitätsstandards für Hochschulrankings erarbeitet. Darüber hinaus wurden mittlerweile international vergleichende Studien vorgelegt, die eine gute Gegenüberstellung der einzelnen Instrumente und deren Nutzung ermöglichen. Folgende Links geben auszugsweise einen Einblick in die aktuelle Diskussion:
- Von der International Ranking Expert Group (IREG) wurden 2006 die „Berlin Principles on Ranking of Higher Education Institutions“ als Rahmen für die Ausarbeitung und Verbreitung von Rankings erarbeitet: http://www.che.de/downloads/Berlin_Principles_IREG_534.pdf
- Eine globale Studie über die Unterschiede von Rankings wurde 2006 von Alex Usher und Massimo Savino im Rahmen des Educational Policy Institute erstellt: http://www.educationalpolicy.org/pdf/world-of-difference-200602162.pdf
- Eine internationale Studie über den Umgang mit Hochschulrankings wurde 2008 von Ellen Hazelkorn veröffentlicht in Higher Education Policy, 2008, 21 (193-215) https://secure.palgrave-journals.com/hep/journal/v21/n2/full/hep20081a.html
Unter Berücksichtigung des aktuellen Wissenstandes über Hochschulrankings hat sich die FH Kärnten dafür entschieden, an anerkannten Rankings aktiv teilzunehmen (u.a. CHE-Ranking http://ranking.zeit.de/che2010/de/) und die Ergebnisse zur Organisationsentwicklung zu nutzen.

